Ein einfaches Geheimnis
Im letzten Jahr habe ich in einer erstaunlichen Weise gelebte Gastfreundschaft erfahren dürfen, welche der Schlüssel zu Menschen, Kulturen und Gemeinschaft ist. Es ist schön, immer wieder in die Fremde zu gehen und doch wie in einer unbekannten Heimat empfangen zu werden. Wenn Menschen auf einander neugierig sind und bereit auf einander zu hören, von einander zu lernen und gemeinsam das Leben zu teilen.
Ein Symbol der gelebten Gastfreundschaft ist für mich Couchsurfing. Eine Internetgemeinschaft die für alle offen ist. Sie lebt davon, dass Menschen bereit sind ihre Herzen und Häuser zu öffnen, sowie das Leben miteinander zu teilen und in einenm gemeinsamen Austausch zu treten.
Dank Couchsurfing durfte ich nicht nur verschiedene Länder bereisen, sondern auch Land, Leute, Kulturen und verschiedene soziale Schichten kennen lernen. Ich machte die Erfahrung, was es heisst in Hängematten, Betten, Matratzen und auf Couches zu schlafen. Aber vorallem, was es heisst in der jeweiligen Kultur zu leben. Ganz nebenbei frischt man auch seine Sprachkenntnisse immer wieder auf bzw. verbessert sie.
Ein paar Couchsurfer könnt hier sehen, wobei oftmals tiefe Freundschaften entstanden sind:
In diesem Sinne: ¨Liebt einander mit aufrichtiger Liebe. Vergesst nicht, Fremden Gastfreundschaft zu erweisen, denn auf diese Weise haben einige Engel beherbergt, ohne es zu merken!¨ (die Bibel, Hebräerbrief 13,1)
Saudade de Salvador
Inzwischen sind meine 2 Monate Praktikum in Salvador leider vorbei
und ich kann sehr dankbar auf eine prägende, herausfordernde und erfahrungsreiche Zeit zurückblicken. An meinen letzten Arbeitstag hat man für mich sogar noch eine Überraschungsabschlussparty organisiert, wobei ich vollkommen überfordert war, als sich über 70 Leute von mir verabschieden wollten. Das Schönste war, als an der Wand in deutsch stand: “Bis bald! Wir vermissen dich…”
Einen kleinen Einblick, wie tief auch kurze Freundschaften gehen können, bekomme ich mit an Hand von Mails. Zum Beispiel schrieb mir mein Freund, dass die Tage eine Mutter in den Unterrichtsraum gekommen ist und anfing zu weinen. Sie erzählte ihm von unseren Begegnungen während meines Praktikums und dass sie mich ganz einfach vermisst… auch meine ganzen “Was ist das?” Fragen, welche uns alle sehr oft zum Schmuzeln gebracht haben. Habt ihr beispielsweise einmal versucht “Semmelbrösel in einer Fremdsprache zu erklären?
Salvador konnte ich letztendllich von 3 Ebenen kennenlernen:
- 1 Ebene, als Tourist, welcher einfach von der historischen Stadt und ihren natürlichen, kulturellen und baulichen Schönheiten faziniert ist und von der scheinbaren Gemütlichkeit der Bewohner in den Bann gezogen wird.
- 2 Ebene, als hängengebliebener Tourist, von denen es in Salvador sehr viele gibt. Viele Touristen kommen mal für 3 bis 4 Tage nach Salvador und bleiben dann doch Monate, wenn nicht sogar Jahre, da. Man fängt an zu leben, kennt die Menschen in seinen Wohnviertel – zumindestens vom Sehen und weiss, wo man gut einkaufen gehen kann, bzw. auch welche Busse wohin unterwegs sind. Die Hängengeblieben sammeln sich unter anderem im Bispo, einem alternativen Haus, welches durch seine Bewohner sehr international besetzt und mit Brasilianern durchmischt ist. Tagsüber wird den unterschiedlichsten Beschäftigungen nachgegangen, z.B. machen viele in Salvador eine Tanz- und Choreografieausbildung oder lernen bzw. spielen Capoeira .
- Die 3 Ebene kam für mich eher ungeplant, das Leben als Fremder unter Einheimischen. Diese Station war für mich eine ganz neue Situation. Sämtliche Frauen nahmen mich herzlich in ihren Alltag mit auf und brachten mir viele nützliche Sachen bei. So lernte ich immer wieder neue Dinge, z. B., wie man Wäsche auch noch professionell mit den Händen waschen kann, was die typischen und traditionellen Speisen von Bahia sind und wie man sie zubereiten kann. Auch eine Unzahl an neuen Früchten und Gemüsearten lernte ich in Salvador kennen. Es gab mir insgesamt einen Tiefenblick in das bahianische Leben zu Hause, in der Familie, auf Arbeit, beim Sport und in der Freizeit. Ich, als Deutsche, habe dazu noch eine gehörige Portion an gelebter Gastfreundschaft erfahren dürfen.
Leider hat alles ein Ende und so auch mein Aufenthalt in Salvador. Inzwischen hat die Uni in Porto Alegre wieder angefangen und ich habe die Woche meine Wohnungssuche beenden duerfen. Fuer die naechste Zeit wohne ich einer genialen Bibliothek, welche zum Lernen anregt. Die Sonne musste ich nun gegen ein mehr oder weniger Regenwetter eingetauschen. Auch habe ich einen kleinen Schlag bekommen, was den Wechsel von den gastfreundlichen und herzlichen Bahianern zu den doch sehr steifen und distanzierten Gauchoas betrifft. Mit dem Uni- Start haben auch zwangsläufig meine Online-Zeiten wieder stark zugenommen. Von nun an werdet ihr von hier aus wieder etwas regelmässiger auf dem Laufenden gehalten. Entschuldigt, dass die letzten Monate etwas spärlich und still an Informationen verlaufen sind. Demnächst wird es auch wieder farbenfroher, dank meiner neuen Kamera
.
Wie das Leben spielt
Nachdem ich den Sumpf der Gemütlichkeit verlassen hatte, steuerte ich Refice an. Sehr schnell mußte ich feststellen, daß diese Stadt ihrem Ruf als drittgefährlichste Stadt Brasiliens wirklich gerecht wird und man allgegenwärtig diese Gefahr spürt. Eine interessante Erfahrung war, daß in diesen Tagen besonders viele an mich gedacht haben, bzw. auch das Gefühl hatten, um Bewahrung zu beten. Vielen Dank dafür, ich bin bewahrt geblieben!!! Aus diesem Grund verließ ich die Stadt auch sehr schnell wieder. Richtig erholsam war es dagegen mit vielen tollen Stränden und einem ganzen Markt an Hängematten
in Fortaleza. Auch einen gewissen Einblick in das nordöstliche Familienleben durfte ich nebenbei bekommen, sowie einen ersten Krebs knacken
. In dieser Zeit wurde fast das Unmögliche möglich. Ich erhielt einen Anruf, wir haben einen Praktikumsplatz für dich. Kannst du so schnell wie möglich vorbei kommen und mit den Chefs reden? So Schnell wie moeglich waren für mich “nur” 22h Busfahrt bis nach Salvador.
Letzten Dienstag war dann alles besiegelt. Ich werde die nächsten 2 Monate in einem Krankenhaus mit angegliederten Therapiezentrum im Freizeitsbereich tätig sein. Momentan sind hier Ferien, weshalb unsere Freizeitbeschäftigung sehr häufig auch aus Strand- und Kulturausflügen besteht
. Ab Februar, wer hätte das gedacht, besteht mein hauptsächliche Aufgabe darin, Capoeira mit zu der unterrichten
. Besonders spannend finde ich die Kombination, daß ich sowohl mit körperlich und geistig behinderten Menschen Capoeira trainieren werde, als auch mit den Kindern und Jugendlichen in den Favelas spielen darf. In der Mittagspause bekomme ich dann meine eigene Capoeira-Einheit von einen Capoeira-Professor. Momentan bin ich gerade auf der Suche nach meinen Muskeln und wenn ich sie irgend wann einmal finden sollte
, werde ich auch mein ganzes Körpergewicht auf den Handgelenken lagern können. Nebenbei musste ich ihm noch erklären, daß es für uns nicht ganz so selbstverstaendlich ist wie hier, daß alle auf den Händen stehen, bzw. laufen können. Weil mein Praktikum einfach mal der Hit ist, wird nach Dienstschluss für die Mitarbeiter noch ein Tanzkurs angeboten. So heisst es dann ab 18 Uhr- sich ganz auf die Rhythmen von Lambada, Salsa, Samba, Chachacha & Co. einzulassen.
Sumpf der Gemütlichkeit
Überall in Bahia findet man die Aufforderung wieder “Lächle!!!
” Der ein oder andere fragt sich, wieso? Die Antwort findet man an der südlichen Grenze: “Lächle, Du bist in Bahia!” Zunächst kommt man mit den Bus an kleinen Indianerdörfern vorbei und schon fühlt man sich in eine etwas andere Welt versetzt. Ein paar Kilometer weiter gibt es historisch bedeutsame Kolonialstädte, in denen Geschichte greifbar nah wird. Über Jahrhunderte wurde hier ein krasser Sklavenhandel betrieben und 1888 wurde hier das Verbot des Sklavenhandels ebenfalls unterschrieben. Auch Zumbi, für Afrikaner ein Symbol der Freiheit, schrieb in dieser Gegend Geschichte, indem er einen großen Sklavenaufstand anführte. Die weiße Frau beispielsweise, ist eine Seltenheit an sich. Die vorherrschende Hautfarbe ist schwarz, bzw. Schoko braun und da lernt man ganz nebenbei als Weißer im Kleinen mal kennen, was es heißt, eine andere Hautfarbe zu besitzen. Es ist aber ein Glück, daß es Freunde gibt, die für einen einstehen.
Die afrikanischen Wurzeln lassen sich leicht auch in der vorherrschenden Religion Candomblé finden. Diese Religion spiegelt für mich im wahrsten Sinne des Wortes das Alte Testament der Bibel wider. Das fängt bei Speiseopfern an und hört bei Tieropfern auf. Eine besondere Rolle nehmen dabei auch Pflanzen, Kleidung, Schmuck und Düfte ein. Nebenbei lernte ich auch, dasß ich echt dankbar sein kann, daß Jesus das ultimative Opfer ist, weshalb nicht ständig neue Opfer mehr nötig sind. Ich finde es überhaupt sehr angenehm, daß alles in der Bibel niedergeschrieben ist und man sich nicht auf die Erzählungen der “Alten” verlassen muß, sowie daß man sich ganz auf einen lebendigen Gott konzentrieren kann, statt sich mit einem ganzen Goetterhimmel auseinandersetzen zu müssen.
Wieso lautet die Ueberschrift nun “Sumpf der Gemütlichkeit”? In Bahia ist das Leben immer leicht – maximal die Leute sind kompliziert, so die Bahianer. Am Anfang war dieses lockere, herzliche Lebenes nach der Uni für mich wirklich Erholung. Doch wenn man, wie ich vielleicht auf der Suche nach einem Praktikum ist, stößt man schnell an seine Grenzen, weil alles so gemütlich ist: wenn es heute nicht klappt, dann vielleicht morgen. Das Wichtigste ist eigentlich immer nur, gelassen zu bleiben. Dummerweise, führt die Gelassenheit aber zu nichts, denn man wird immer nur mit einem guten Gefühl und einer neuen Hoffnung in den nächsten Tag entlassen. Ich denke, wir können aber trotzdem von den Bahianer lernen, daß nicht alles kompliziert sein muss. Es gibt immer Momente, wo es am besten ist einfach loszulassen und wirklich mal abzuwarten, wie das Leben so spielt. Auf der anderen Seite sollten wir Planung und zielgerichtete Umsetzung unsererPläne ruhig beibehalten. Lasst uns neu lernen, unser Leben bewußt zu leben und das Lachen nicht zu vergessen!
In diesem Sinne wünsche ich euch ein energiereiches, frohes und friedvolles Jahr 2009
(so lauten die Wünsche hier in Bahia
!!!
verlängerter Wochenendsausflug ;-)
Es gibt im Portugiesischen das Wort saudade, welches man mit Fernweh, Heimweh oder einfach Sehnsucht übersetzen kann. Dieses Gefühl was alles umschliesst von “mich packt die Reiselust” bis hin zu “ich will nach Hause!!!”
Genau dieses packte mich gegen Ende letzter Woche, als ich in meinen Terminkalender schaute und feststellen musste, dass es nur noch wenige Wochen bis zu den großen heiß erwarteten Sommerferien sind. Meisten bringt der baldige Ferienbeginn auch viele Abgabetermine und Klausuren mit sich. Also sah ich an diesem Wochenende die letze Chance, noch einmal für den Semesterendspurt aufzutanken.
Da ich im Süden Brasilien wohne, liegt Montevideo (Hauptstadt von Uruguay) nur eine Nachtfahrt von Porto Alegre entfernt, sodass man mit den ersten Morgenstrahlen bereits auf den Strassen Montevideos wandeln kann. Gedacht- getan, so verbrachte ich den Samstag in Montevideo. Dort erfreute mich, dass trotz wirtschaftlicheren Herausforderungen jeglicher Kultur-& Museumsbesuch unentgeltlich ist. Hier fand ich im nationalen historischen Museum erstmals neben der Europäischen und Nationalen Geschichte auch viele weitere andere Kulturen und ihre Geschichte vertreten. Diese Ausgewogenheit begeisterte mich und ich durfte einiges über die Süd- und Zentralamerikanischen sowie die Asiatischen Kulturen lernen.

Montevideo
Mit der Fähre sind es dann nur noch 2 Stunden bis Buenos Aires (Hauptstadt Argentiniens). Diese Stadt ist einfach der Hammer!!!! Die erste Stadt in Südamerika, welche eine Spagat zwischen Alt und Modern sehr gut abgefedert hat und nicht einfach nur irgendwie von Wolkenkratzern überschwemmt wurde. Im Goetheinstitut habe ich auch ein wissenschaftliche Vergleichsarbeit zwischen Berlin und B.A. gefunden. Sehr spannend, da auch Geschichtlich manch eine Gemeinsamkeit zwischen beiden Städten besteht. Ihre 13 Mio. Einwohner bekommt man in der Stadt dank der vielen großzügig angelegten Grünflächen kaum zu spüren. B.A. steht für Evita und Tango. Letzteres kann man ausgiebig im Arbeiter- und Künstlerviertel La Boca bewundern. Mich beeindruckte vor allem die Phantasie und die Gastfreundschaft der Buenes Airer! Eine Stadt in der ich mit Sicherheit auch längerfristig leben könnte
.
Der einzig zu verzeichnende Verlust ist, dass meine Kamera ungefragt den Geist aufgeben hat- einfach so. Gestärkt mit vielen reichhaltigen Begegnungen und ohne Kamera ;-(, fällt es mir nun leicht den Semesterendspurt anzutreten und die Sommerferien nahen- komischer Weise Weihnachten auch. Dieser Zusammenhang passt gerade noch nicht in meinen Kopf.
Die Welt zu Gast bei Freunden- Teil 2
Dass das wirklich so ist, habe ich die letzten 1,5 Wochen ganz oft spüren dürfen. Auf dem Weg nach Rio de Janeiro unternahm ich einen Abstecher nach Paranti. Ein kleines Fischerdorf, dass seinen ganz eigenen Seharm besitzt. Beim Betrachten durch ein Fenster der verschiedensten Kunstwerke, wurde ich mit meinem ganzen Gepäck von der Künstlerin hereingebeten. Nach einem kurzen Gespräch stellten wir beide unser Interesse an anderen Kulturen fest und hatten einen regen Austausch. Damit mir die Erkundung der Kleinstadt leichter fiel, durfte ich mein Gepäck bei ihr unterstellen. So konnte ich die Hafenstadt viel besser geniessen und auch weitere Künstler in ihren Ateliers besuchen. Am Abend erhielt ich neben meinen Gepäck auch eine gesunde Wegzerrung
.
Am folgenden Tag machte ich mich zur Ilha Grande (eine ehemalige Gefängnisinsel) auf, welche einfach atemberaubende Strände besitzt, die von Wald/ Dschungel umgeben sind.
Der Kontrast erfolgte daraufhin in Rio de Janeiro. Ein wenig habe ich ja bereits über die Stadt geschrieben. Sie erhielt ihren Namen, als im Januar 1502 Gaspar de Lemos eine große Bucht Brasiliens fand und sie irrtümlich als Fluss identifizierte. Rio war bereits im 17. Jhd., nach Salvador da Bahia und Recife, die drittwichtigste Stadt der Portugiesen in Brasilien. Kurz vor dem Einmarsch von Napoleon in Lissabon floh Portugals Kronprinz Dom João VI. mit seinem gesamten Hofstab nach Brasilien. Dabei verliebte er sich so sehr in die Stadt, dass er seine Regierungstätigkeiten über das vereinigte Königreich Portugals, Brasilien und Algarve von Rio aus verwaltete. Bevor die Regierung in ihre eigens kreierte Hauptstadt Brasilia umzog, blieb Rio bis 1960 die politische Hauptstadt Brasiliens. Durch sehr viele Einwanderungswellen entwickelten sich überall auf den Hügeln Rios Favelas, so dass ein gewisses Gefahrenpotential überall in der Stadt lauert. Da aber Menschen eine Stadt prägen, durfte ich mit Sonja den inneren Atem Rios spüren. Sie zeigte mir die Stadt und angesagte Sambaadressen. Nebenbei haben die Rioanerinnen mir eine Prise Samba mit ins Blut gestreut, wobei ich sie echt für ihre Ausdauer bewundere!!! Für mich war es sehr beeindruckend zu sehen, dass selbst 5 Jährige nicht still stehen können, wenn Nachts gegen 23 Uhr Samba-Live-Musik gespielt wird und die Väter keinen Zweifel dran lassen, dass sie die wahren Prinzessinnen sind.
Das Kontrastprogramm dazu war Ouro Preto, eine alte Konionalstadt, welche den Reichtum der einstigen Goldfunde widerspiegelt, aber leider auch die Leidensgeschichte vieler Sklaven. Auf den Weg dahin wurde mir die Gastfreundschaft einer deutschen Immigrantin zu teil, welche mir ihr Fahrrad auslieh damit ich ihre Stadt besser erkunden konnte und mich anschliessend zum Mittag einlud, so dass ich den Genuss der ammazonischen Küche kennenlernen durfte. Diese unterscheidet sich sehr stark von dem, was ich bis dahin kennengelernt hatte. Sehr viel Gemüse und fischhaltig mit viel mehr exotischen Früchten, die aber seeeehr lecker schmecken. In Ouro Preto beeindruckte mich am meisten eine Jesusstatue, welche die Liebe Jesus so klar auf den Punkt gebracht hat- wie noch nie zuvor. Der gekreuzigte Jesus umarmt den Sünder und schaut ihn mit liebenden Augen ins Gesicht bzw. weiter zu der Person, welche frontal zu der Statue steht. *Wow* wir haben echt einen Gott der uns ansieht, uns wertschätzt und uns liebt. Wobei diese Liebe über den Tot hinausreicht. Am Abend schloss ich Bekanntschaft mit einem Franzosen und einer Engländerin, die sich in Thailand kennen- und lieben gelernt haben. Gemeinsam verbrachten wir einen bunten Abend im Kreise von Brasilianern. Unser Sprachgewirr war echt spannend, so versuchte der Franzose sich mit den Brasilianern, anhand seiner Muttersprache und ein paar Brocken Reisespanisch, zu unterhalten – Aber es funktionierte
! Auch erhielt ich, dank eines lieben Brasilianer, eine weitere Einführung in brasilianische Musik. Gemeinsam übersetzten wir etliche Texte und im Anschluss durfte ich mit in der ersten Reihe sitzen, wie er mit seinen Freunden ihre Gedanken des Herzens in Musik verwandelte.
Als kurzen Zwischenstopp steuerte ich Brasilia an, doch selbst das hat sich noch nicht einmal gelohnt. Brasilia ist eine der Fussgängerunfreundlichsten Städte, die ich bis jetzt kennen gelernt habe. Nicht nur das die Gebäude sehr weit voneinander entfernt liegen, so zäumen viel grosse umbeschattete Plätze die Zwischenräume. Doch junge Einheimische lieben ihre Stadt trotz allem, vielleicht gerade auch wegen ihrer Einmaligkeit. Diese Stadt wird gern als die Stadt des 3. Jahrtausends bezeichnet und ist eine Erfindung des Architekten Oskar Niemeyers. Sie wurde innerhalb von 41 Monaten aus den Boden gestampft und besitzt somit keinerlei Geschichte, was man leider zu spüren bekommt. Noch heute wird nach den Plänen von Niemeyers in Brasilia weitergebaut. So gibt es strikte Vorgaben, damit die “historische Stadt” als Grundriss eines Flugzeuges erhalten bleibt. Am 21. April 1960 fand offizielle Verlegung der Hauptstadt ins Landesinnere nach Brasiliá statt.
Die letzten Tage meines eigentlich ungeplanten Reisens verbrachte ich im Pantanal. Eine Zeit die ich echt nicht missen möchte und dich mich auch sehr geprägt hat. So war es wie ein “Sommerlager für Fortgeschrittene”, abei dem ich als Teilnehmer dabei war. Auf unserem Plan stand eine Dschungelwanderung, Jeep- und Wasserboottour, Angeln und wenn man mehr Zeit hatte auch ein Ausritt in die umliegenden Feuchtgebiete. Ich durfte meinen ersten Piranhafisch angeln unter der Beobachtung von Kaimane, mit denen man -wer mag- schwimmen konnte. Außerdem konnte ich Bekanntschaft schliessen mit:
(Quellen: Lonely Planet: Brasilien, Juni 2008)
Die Welt zu Gast bei Freunden
So oder so ähnlich habe ich mich in den letzten Tagen bei der Anreise nach São Paulo gefühlt, wobei mir das eher schlechte Wetter unter diesen Umständen gar nichts mehr ausgemacht hat.
Zunächst startete ich die Tour Freitagnacht um 0.30 Uhr mit dem Nachtbus nach Forianopolis.
Kontextualisierung- die Freiheit des anders sein
Nachdem ich bereits seit einem Monat in Porto Alegre wohne und dabei die Stadt und Leute etwas näher kennenlernen durfte, nutzte ich die “Woche der Beobachtung” um mich auf eine kleine Reise zu begeben.
So begann das Abenteuer mit einer Nachtfahrt zu den ehemaligen Jesuitenmissionen am anderen Ende des Bundeslandes Rio Grande do Sul, sowie in Argentinien. 1608 haben die Jesuiten, auf Befehl des Gouverneurs der spanischen Provinz Paraguay, für mehre Jahrhunderte kontextualisiert das Evangelium den hier ansässigen Tupis und Guaranis gebracht, ohne dabei die Kultur oder Sprache zu vernichten. Die so genannten Missionen wurden für die Gegend zu kulturellen, intellektuellen und religiösen Zentren ihre Zeit. Hier entstand auch das Schriftbild der Tupi-Guarani-Sprache.
Die Missionen mussten mit ihren modernen Ansichten einen 2 Frontenkrieg führen, einmal gegenüber den Goldsuchern und Sklavenhändlern von Sao Paulo, die auf der Suche nach billigen Arbeitskräften und den Großen Geschäft waren, und vor den aussendenden Herrschaften Roms, Spanien und Portugals, die mit den frei denkenden Jesuiten aneckten.
Hurra – Südamerika!!!
Mittwochnacht um 23.30 Uhr (5.30 Uhr nach deutscher Zeit) landete ich nach 16 Stunden Flug endlich in meiner neuen Heimat in Porto Alegre. Zwar streikte die Condor nicht, doch vom Streik waren wir indirekt doch betroffen. So starteten wir nicht nur eine Stunde später als geplant, sondern wir wurden Dank der Lufthansa auch auf eine Essens- und Wasserdiät gesetzt, was die Crew doch ganz gut mit Humor meistern konnte.
Ich wohne nun in einer interessanten Stadt, die geprägt ist von sehr unterschiedlichen Häusern, Menschen und Lebensstilen. So ist ein Haus quietsch grün, daneben ein genauso grelles Gründerzeit-Haus in gelb und daneben ein doch sehr baufälliges Hochhaus. Interessant ist auch, dass man, wenn überhaupt, eher nach vorhandenen Deutschkenntnissen fragen sollte, statt nach Englisch. Die Leute sind an sich sehr hilfsbereit und geduldig. Mir fallen momentan vor allem ihre wachen Augen auf, die sehr viel wahrnehmen und umsichtig sind. Interessant finde ich auch den Zusammenhalt der Frauen und auch ihren Umgang miteinander. Momentan ist das Leben ein Abenteuer, wo jede Minute neue Eindrücke hinzukommen, die sortiert werden wollen. Ansonsten stellen mich momentan die Behörden auf ihre Geduldsproben, nicht nur, was das Warten anbetrifft, sondern auch damit, wann, wie und wo welche Behörde arbeiten muss, damit wiederum einen andere zu arbeiten beginnt. Spannend bleibt es auf jeden Fall!
vollgepackt
Es ist der Hammer wie die Wochen dahin fliegen! Gerade noch beim Christival in Bremen gewesen, danach in Dresden und nun liegt bereits ein weiterer Ausflug nach Heidelberg hinter mir.
Heidelberg? Beim Christival bin ich erneut auf die Studentenarbeit “Campus für Christus” aufmerksam geworden, welche auch in Brasilien vertreten ist. Manchmal muss man erst nach Bremen reisen, damit man auf das naheliegende stößt ;-). Denn Campus für Christus hat seinen deutschen Hauptsitz in Giessen stationiert. Damit ich den Pulsschlag von Campus besser fassen kann, habe ich die Möglichkeit erhalten jeden Mittwoch Vormittag bis Ende des Semester in die verschiedenen Arbeitsbereiche (http://www.campus-d.de) einen Einblick zu erhalten.
So durfte ich letztes Wochenende bei einer Studentenfreizeit in Heidelberg mit dabei sein. Diese forderte mich stark heraus! Gleichzeit motivierte sie mich, neu mit Gott in ein neues Abenteuer zu starten
.
Das Abendteuer läuft und jeder Tag bringt neue kleine und große Herausforderungen mit sich, welche eine Bereicherung für mein Leben darstellen. Ich bin gespannt, wo die Reise enden wird- wenn ich auch gerade den Zustand einfach nur genieße!!!
Vielen Dank an euch alle, die ihr in letzter Zeit mich so stark getragen habt, ermutigt und in Gebeten bei mir ward! Ich merk einfach nur, das sehr viele Dinge gerade aufbrechen und ich verantwortlich mit meiner Zeit und meinen Ressourcen umgehen lernen muss. Ich hab nicht die Wahl zwischen gut oder schlecht, sondern muss unter all den guten Dingen, den Weg finden, welcher passt und richtig ist und diesen dann geradlienig verfolgen.
Doch eins steht fest: Egal was läuft- Alles vermag ich nur in dem, der mich kräftigt!!!
























