und das mit Gott rund um die Welt

Ein einfaches Geheimnis

Im letzten Jahr habe ich in einer erstaunlichen Weise gelebte Gastfreundschaft erfahren dürfen, welche der Schlüssel zu Menschen, Kulturen und Gemeinschaft ist. Es ist schön, immer wieder in die Fremde zu gehen und doch wie in einer unbekannten Heimat empfangen zu werden. Wenn Menschen auf einander neugierig sind und bereit auf einander zu hören, von einander zu lernen und gemeinsam das Leben zu teilen.

Ein Symbol der gelebten Gastfreundschaft ist für mich Couchsurfing. Eine Internetgemeinschaft die für alle offen ist. Sie lebt davon, dass Menschen bereit sind ihre Herzen und Häuser zu öffnen, sowie das Leben miteinander zu teilen und in einenm gemeinsamen Austausch zu treten.

Dank Couchsurfing durfte ich nicht nur verschiedene Länder bereisen, sondern auch Land, Leute, Kulturen und verschiedene soziale Schichten kennen lernen. Ich machte die Erfahrung, was es heisst in Hängematten, Betten, Matratzen und auf Couches zu schlafen. Aber vorallem, was es heisst in der jeweiligen Kultur zu leben. Ganz nebenbei frischt man auch seine Sprachkenntnisse immer wieder auf bzw. verbessert sie.

Ein paar Couchsurfer könnt hier sehen, wobei oftmals tiefe Freundschaften entstanden sind:

In diesem Sinne: ¨Liebt einander mit aufrichtiger Liebe. Vergesst nicht, Fremden Gastfreundschaft zu erweisen, denn auf diese Weise haben einige Engel beherbergt, ohne es zu merken!¨ (die Bibel, Hebräerbrief 13,1)

Mai 24th, 2009 at 22:49 | Comments & Trackbacks (0) | Permalink


Chicken and Eagles

„Der Geist, den Gott uns gegeben hat, macht uns nicht zaghaft, sondern gibt uns Kraft, Liebe und Besonnenheit.“ (2 Tim 1,7)

>>Kurz bevor ich nach Australien geflogen bin, habe ich mit einer Mentorin über meine Träume und Pläne gesprochen. Als ich ihr meine Zweifel und Unsicherheiten vorjammerte, sagte sie so etwas wie: „Sara, du musst dich entscheiden: Entweder du bist ein Huhn und bleibst in deinem Stall, wühlst im Allbekannten und machst viel Lärm um Nichts, oder du wirst ein Adler und vertraust darauf, dass Gott dich tragen wird und entdeckst mit ihm zusammen die Welt hinter deinem Horizont.“ Ich weiß, was ich will: Fliegen und Gottes übernatürliche Kraft erleben! Diese Entscheidung treffe ich oft, immer wieder: Keine Angst zu haben, sondern zu vertrauen. Was haben wir zu verlieren?” Sara Lorenz (www.saralorenz.de)<<

Momentan befinde ich mich in Brasilien oder auf Reisen :) , was zur Folge hat,  daß Menschen mir gegenüber immer wieder ihre Bewunderung über meinen Mut zum Ausdruck bringen.

Das hat mich zum Nachdenken gebracht, weil ich mich ehrlich gesagt gar nicht so mutig finde. Wenn ich mich in den Bus setzte und in die nächste Stadt fahre, bzw. mich ins Flugzeug setze und ein anderes Land betrete,  finde ich es viel, viel mutiger über Jahre hinweg treu und gewissenhaft den gleichen Dienst zu tun, sich ehrlich einander zu begegnen und gemeinsam an Schwächen zu arbeiten- kurz: authentisch an einem Ort für lange Zeit zu sein und zu meinen Schwächen, Überzeugungen und Grenzen zu stehen.

Mut ist fuer mich immer wieder ein spannendes Thema, welches mich  zum Nachdenken bringt. Ist es mutig, in einer anderen Sprache oder einem anderen Kulturkontext zu studieren? Einfach mal etwas auszuprobieren? Seine Grenzen zu erweitern bzw. sich einfach mal von Gott ueberraschen zu lassen?

Auf den Spuren des Mutes ist mir eines ganz wichtig geworden, was mir auch echten Mut abfordert: Gott Raum zu geben, meine Haende zu oeffnen und einfach mal stehen zu bleiben, hinzuhoeren, ehrlich zu werden, mein Herz beuehren zu lassen und zu mir zu stehen.

Ich wuensche mir ein weiches Herz, dass sich lieben lassen kann und bereit ist, andere zu lieben! Anzunehmen und Abzugeben! Ein tiefes Vertrauen, das Flügel wachsen lässt für aktuelle, nicht absehbare Situationen und einen festen Glauben, dass Gott in allem der Handelnde bleibt!

April 1st, 2009 at 08:59 | Comments & Trackbacks (0) | Permalink


Sumpf der Gemütlichkeit

Überall in Bahia findet man die Aufforderung wieder “Lächle!!! :) ”  Der ein oder andere fragt sich, wieso? Die Antwort findet man an der südlichen Grenze: “Lächle, Du bist in Bahia!” Zunächst kommt man mit den Bus an kleinen Indianerdörfern vorbei und schon  fühlt man sich in eine etwas andere Welt versetzt. Ein paar Kilometer weiter gibt es historisch bedeutsame Kolonialstädte, in denen Geschichte greifbar nah wird. Über Jahrhunderte wurde hier ein krasser Sklavenhandel betrieben und 1888 wurde hier das Verbot des Sklavenhandels ebenfalls unterschrieben. Auch Zumbi, für Afrikaner ein Symbol der Freiheit, schrieb in dieser Gegend Geschichte, indem er einen großen Sklavenaufstand anführte.  Die weiße Frau beispielsweise, ist eine Seltenheit an sich. Die vorherrschende Hautfarbe ist schwarz, bzw. Schoko braun und da lernt man ganz nebenbei als Weißer im Kleinen mal kennen, was es heißt, eine andere Hautfarbe zu besitzen. Es ist aber ein Glück, daß es Freunde gibt, die für einen einstehen. :)

Die afrikanischen Wurzeln lassen sich leicht auch  in der vorherrschenden Religion Candomblé finden. Diese Religion spiegelt für mich im wahrsten Sinne des Wortes das Alte Testament der Bibel wider. Das fängt bei Speiseopfern an und hört bei Tieropfern auf. Eine besondere Rolle nehmen dabei auch Pflanzen, Kleidung, Schmuck und Düfte ein. Nebenbei lernte ich auch, dasß ich echt dankbar sein kann, daß Jesus das ultimative Opfer ist, weshalb nicht ständig neue Opfer mehr nötig sind. Ich finde  es überhaupt sehr angenehm, daß  alles in der Bibel niedergeschrieben ist und man sich nicht auf die Erzählungen der “Alten” verlassen muß, sowie daß man sich ganz auf einen lebendigen Gott konzentrieren kann, statt sich mit einem ganzen Goetterhimmel auseinandersetzen zu müssen.

Wieso lautet die Ueberschrift nun “Sumpf der Gemütlichkeit”? In Bahia ist das Leben immer leicht – maximal die Leute sind kompliziert, so die Bahianer. Am Anfang war dieses lockere, herzliche Lebenes nach der Uni für mich wirklich Erholung. Doch wenn man, wie ich vielleicht  auf der Suche nach einem Praktikum ist, stößt man schnell an seine Grenzen, weil alles so gemütlich ist: wenn es heute nicht klappt, dann vielleicht morgen. Das Wichtigste ist eigentlich immer nur, gelassen zu bleiben. Dummerweise, führt die Gelassenheit aber zu nichts, denn man wird immer nur mit einem guten Gefühl und einer neuen Hoffnung in den nächsten Tag entlassen. Ich denke, wir können aber trotzdem von den Bahianer lernen, daß nicht alles kompliziert sein muss. Es gibt immer Momente, wo es am besten ist einfach loszulassen und wirklich mal abzuwarten, wie das Leben so spielt. Auf der anderen Seite sollten wir Planung und zielgerichtete Umsetzung unsererPläne ruhig beibehalten. Lasst uns neu lernen, unser Leben bewußt zu leben und das Lachen nicht zu vergessen!

In diesem Sinne wünsche ich euch ein energiereiches, frohes und friedvolles Jahr 2009
(so lauten die Wünsche hier in Bahia :) !!!

Januar 9th, 2009 at 19:09 | Comments & Trackbacks (0) | Permalink


Feliz natal

Weihnachten einmal anders. Mir ist dieses Jahr bewusst geworden, wie Weihnachten in meinen Kopf mit vielen Traditionen verbunden ist. Sie sind für mich ein fester Bestandteil v0n Weihnachten, wie beispielsweise die Deko (Erzgebirgische Schnitzereien inklusive Räuchermännchen), einem echten Tannenbaum, Stollen, Gebäck, einem heißen Tee oder leckeren Kaffee.

Kaffee haben wir hier auch, doch dieser wird meistens lieber gegen eine eisgekühlte Kokosnuss am Strand oder einen frisch hergestellten Maracuja oder Ananassaft eingetauscht. Wo wir gerade beim Thema Strand sind, so zieht es mich bei Temperaturen von bis zu 40°  immer wieder an die glasklaren Strände von Salvador. Und wenn man man schon einmal da ist, sind die Wellen so verlockend, dass ich inzwischen die ersten Surfversuche unternehme. In den Abendstunden hingegen werden die neusten Bewegungen von Capoeira  am Strand trainiert bzw. einfach gespielt bis mal wieder eine Abkühlung im Wasser fällig wird. So bald es dunkel wird erscheinen die bunten Weihnachtslichter an den Palmen  bzw. bilden einen durchsichtigen Tannenbaum. Dass es Weihnachtet erkennt man ansonsten nur an der Werbung, den Styroporschnee im Kaufhaus und den Nikolausmützen der Verkäufer.

Weihnachten ist hier eine Frage der Religion und somit auch nicht besonders vordergründig. Stattdessen wünscht man dem diesjährigen Jahr eine gute Reise und veranstaltet viele Feste zum Jahresabschluss.

Was mir dieses Jahr wichtig geworden ist: ich feiere nicht Weihnachten wegen des Konsums und der Tradition, sondern die Geburt Jesus Christus, wodurch sich  in der Welt sehr viel verändert hat. Gott ist Mensch geworden. Er ist ein Gott der Begegnung, welcher sich für uns hingegeben hat am Kreuz, damit wir ihm jeder Zeit begegnen können.

Ich wünsche euch allen das Weihnachten ein Fest der Begegnung wird mit Gott und anderen Menschen und das wir neu ins Staunen geraten, wie groß und doch nahbar unser Gott Jahwe ist.

P.s.: Per Mail wird leider keine persönliche Weihnachtsgrusssendung erfolgen, da meine Adressdatei leider nicht mehr im PC auffindbar ist :( .

Dezember 23rd, 2008 at 18:33 | Comments & Trackbacks (1) | Permalink


mein Haus

Jeder von uns würde sich über ein Haus freuen, das ihm gehört und worüber er verfügen kann. Aber halt, wir besitzen ja bereits ein Haus. Sind wir uns dessen und der uns daraus erwachsenden Verantwortung bewußt? Bewohnen wir unser Haus wirklich?

Vielleicht fragt sich der eine oder andere von euch, welches Haus das ist?

In diesem Semester habe ich sehr viel über mein Haus, als meinen Körper, gelernt. Dazu belegte ich unter anderem ein Seminar “Pass auf dich auf!” Passen wir auf uns auf? Wie gehen wir mit unserem Körper um, der jeden von uns anvertraut ist. Leben wir in ihm? Nehmen wir ihn wahr? Auch unsere Gefühle? Mein Körper gehört mir, das ist nicht nur ein Spruch der feministischen Bewegung, sondern die Frage, ob ich mir dessen bewußt bin und wirklich meinen Körper wahrnehme und mit ihm fürsorglich umgehe. Gerade uns jungen Menschen ist es vielleicht nicht ganz so bewußt, was für ein Gut Gesundheit und unsere vorhandene Kraft ist. Denken wir kurzfristig und genießen wir unsere Jugend oder denken wir vom Ziel her und trainieren unseren Körper jetzt, damit wir auch im Alter fit bleiben. So ist mir hier gerade ein alter Capoeiramaestre zum Vorbild geworden, welcher mit seinen 76 Jahren uns jeden Hand- und Kopfstand, aber auch sämtliche Überschläge vormacht. Er ist ein weiser Lehrer, der uns herausfordert und uns an unsere köperlichen Grenzen bringt. Er selbst trainiert für sich 4h täglich, bevor er uns die Ehre gibt.

Mein Capoeiralehrer fügte zu diesen Thema noch hinzu, daß  jeder Mensch eine Einzigartigkeit in seinen Bewegungen besitzt. Lebe ich diese aus? Was hindert mich daran, wirklich in meinem Haus zu wohnen. Mit diesen und anderen Fragen beschäftigte ich mich in den letzten Monaten, wobei die praktische Umsetzung noch eine ganze Weile dauern wird.

In dem Kurs Theater lernten wir nicht nur über uns selbst lachen, sondern auch unseren Körper einzusetzen und zu improvisieren. Die Grundlage hierfür sind Kenntnisse über seinen Körper, um ihn dann auch im richtigen Moment bewußt einsetzen zu können.

Dezember 20th, 2008 at 14:55 | Comments & Trackbacks (0) | Permalink


Capoeira

Capoeira ist für mich in den letzten Wochen wirklich ein Bestandteil meines Lebens geworden. Das Training macht nicht nur enormen Spass, sondern man lernt sehr vieles gleichzeitig. Zunächst lerne ich wahrnehmen: wie bewegt sich mein Gegenüber, was täuscht er vor und wo wird er wirklich als nächstes agieren. Was sind seine Lieblingsbewegungen? Wo liegen seine Schwächen? Ich lerne mich, meinen Körper kennen und ihn bewusst einsetzen. Nebenbei wächst die allgemeine Körperfitness ;-). Ich lerne auf meine Gefühle zu vertrauen und einfach aus dem Bauch heraus zu spielen. Für Aussenstehende wirkt es wie ein Tanz, welcher keine Regeln besitzt sondern aus der Situation heraus entsteht. Dabei ist immer eine 100% Aufmerksamkeit und Schutz des eigenen Körpers gefragt. So lautet eine Regel, lasse niemals dein Gegenüber aus den Augen, was eine hohe Konzentration sowohl für die eigenen Bewegungen, als auch für die des Gegenübers fordert.

Capoeira ist mehr als nur ein Sport. Hier trifft man Leute, bei denen ERNÄHRUNG gross geschrieben wird (die ersten, welche ich in Brasilien getroffen habe), eine politische Meinung haben und sich einsetzen. So gehen Teams regelmäßig in Favelas und spielen mit den Kindern Capoeira, um ihnen viele wertvolle Werte für ihr Leben durch das Spiel zu vermitteln. Für schwarze Brasilianer ist Capoeira auch ein Symbol des Freiheitskampfes und des Antirassismus. Wie tief diese Symbolik hierzulande greift, merkt man wenn man in der Woche auf eine Kneipentour von Medizin- und BWLstudenten eingeladen wird und ihnen aufgrund des Trainings absagt. Für sie ist es ein Sport der Schwarzen und nicht Standesgemäß. Umso unverständlicher ist es für sie, dass es bei uns in Deutschland ein beliebter Unisport ist und dieser Sport in ganz Europa Verbreitung findet. Nebenbei lerne ich hier die verschiedensten Instrumente spielen, alte und neue portugiesische Lieder und irgendwann hoffentlich auch einmal neue Lieder improvisieren, wenn es meine Sprachekenntnisse irgendwann einmal zulassen werden.

Darüberhinaus lerne ich auch sehr viel, was es heißt ein Schüler von einem Lehrer zu sein. Für mich entspringen hier unzählige gelebte biblische Vergleiche, die mich herausfordern viele Dinge auch in unsere Gemeinde zu übertragen. Zum Beispie ist es nicht Leiterzentriert, zwar freuen sich alle wenn der Professor da ist, doch es läuft alles auch ohne ihm. Jeder lernt alles und zeigt es jüngeren Schülern. Wir feiern gemeinsam Erfolge und Fortschritte und ermutigen uns sich neuen Herausforderungen zu stellen. Für mich als schwächeren Schüler, aufgrund meines geringen Sprachverständnisses, sind sie enorm geduldig und zeigen die Bewegungsabläufe gern auch ein zweites, drittes oder viertes Mal. Was mir wichtig dabei geworden ist: Capoeira ist nichts was trainiert wird, sondern findet auf der Strasse statt. Wie sieht es mit unseren Glauben aus, wird er nur in der Kirche gefüttert oder findet er auf der Strasse statt?

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=jbqTTGOChqc]

Ist in meiner Capoeiraschule, wobei gerade der Maestre von meinen Professor zu Besuch ist.

Dezember 2nd, 2008 at 14:24 | Comments & Trackbacks (0) | Permalink


Zwischen Seifenschaum…

Weißt du eigentlich wie schön du bist? Und das ist keine Frase, oder ein inzwischen sehr viel verwendeter Buchtitel, sondern eine ernst gemeinte Frage von ner Frau. Sie genießt es unter meiner Aufsicht seit langem mal wieder unter einer Dusche stehen zu dürfen. Diese Begegnung hat mich vor einer Weile geprägt, als ich schon einmal feststellte, welche Schönheit auch Obdachlose besitzen. Zu dem fand ich das Bild so klasse, wie man sich über frische und neue Kleider freuen kann. Das brachte mich damals zum Nachdenken, ob wir uns im übertragenen Sinne auch noch über das neue Gewand von Jesu freuen- Wir sind ja schließlich eine neue Kreatur in IHM und dürfen saubere, frische Kleidung tragen, während wir das alte Gewand abgelegt haben.

Seit dieser Begegnung ist schon viel Zeit vergangen. Als ich heute eine hiesige Professorin bei ihrer Arbeit in 2 verschiedenen Favelas begleitet habe, wurde mir die gleiche Frage wieder gestellt. Überraschender Weise war ich in dem Moment gerade am Staunen, wie schön und einzigartig Gott jeden Menschen geschaffen hat. Auch wenn es vielleicht nicht gerade das nächste Topmodell wird, doch die Einzigartigkeit, die jeder unserer Klienten ausstrahlt, finde ich spannend. Dabei haben diese Menschen nicht die einfachsten Lebensumstände, wissen was es heißt zu Hungern und zu Frieren.

Mich hat dieser Einblick in die Arbeit sehr fasziniert, weil in ihr einfache Wahrheiten auf den Punkt gebracht werden. Einmal drücken sie diese selbst durch ihr Leben aus, doch auf der anderen Seite werden die einfachsten Dinge zur Arbeitsgrundlage und die eigene Kreativität ist gefordert. Auch wurde mir neu bewusst, dass ich nicht all meinen Habitus als selbstverständlich voraussetzen kann, sondern, dass die Kunst darin liegt, einfach Dinge klar, liebevoll und erklärend- ohne das Ehrgefühl zu verletzen- anzusprechen.

Ein weiterer Punkt der mich immer wieder ins Staunen bringt, ist die spielerische Leichtigkeit mit der diese Leute ihr Leben leben. Es ist der Hammer, wie viel Herzlichkeit und Freude trotz der Härte des Lebens vorhanden ist, welche z.B. im Karneval ihren Ausdruck findet.

November 27th, 2008 at 17:54 | Comments & Trackbacks (0) | Permalink


Kontextualisierung- die Freiheit des anders sein

Nachdem ich bereits seit einem Monat in Porto Alegre wohne und dabei die Stadt und Leute etwas näher kennenlernen durfte, nutzte ich die “Woche der Beobachtung” um mich auf eine kleine Reise zu begeben.

So begann das Abenteuer mit einer Nachtfahrt zu den ehemaligen Jesuitenmissionen am anderen Ende des Bundeslandes Rio Grande do Sul, sowie in Argentinien. 1608 haben die Jesuiten, auf Befehl des Gouverneurs der spanischen Provinz Paraguay, für mehre Jahrhunderte kontextualisiert das Evangelium den hier ansässigen Tupis und Guaranis gebracht, ohne dabei die Kultur oder Sprache zu vernichten. Die so genannten Missionen wurden für die Gegend zu kulturellen, intellektuellen und religiösen Zentren ihre Zeit. Hier entstand auch das Schriftbild der Tupi-Guarani-Sprache.

Die Missionen mussten mit ihren modernen Ansichten einen 2 Frontenkrieg führen, einmal gegenüber den Goldsuchern und Sklavenhändlern von Sao Paulo, die auf der Suche nach billigen Arbeitskräften und den Großen Geschäft waren, und vor den aussendenden Herrschaften Roms, Spanien und Portugals, die mit den frei denkenden Jesuiten aneckten.

São Miguel das Missões

São Miguel das Missões

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September 10th, 2008 at 18:09 | Comments & Trackbacks (1) | Permalink


Korrektur von vorhandenen Schematas

Wie stellt ihr euch einen Deutschen bzw. alemão vor?

Wie er auch immer bei euch aussieht, in die Vorstellung hier passe ich definitiv nicht hinein. ;)

Gestern bin mit 2 typischen Deutschen durch die Stadt gezogen und wir hoerten von ganz vielen Seiten alemãos. Dabei klaerten sie mich auf, das es schwierig ist, den hier Ansaessigen klar zu machen, dass sie nicht nur wie welche aussehen, sondern auch welche sind. Das Ganze kann geschichtlich begruendet werden, denn es gab eine ganze Reihe Einwanderungswellen nach Brasilien. Der suedliche Teil Brasiliens wurde fuer viele Deutsche, Polen und Italienern zur neuen Heimat. Manch eine Familie pflegte dabei die Tradition, von einer Generation zur anderen ihre deutsche Muttersprache weiterzugeben.

So stellt sich spaetestens nach meinen ersten Saetzen heraus, dass ich keine Deutsche bin. Als naechstes liegt dann “Amerikanerin” nahe, aber Deutsch sehe ich nun wirklich nicht aus. So begab es sich heute, das ich zunaechst einem amerikanischen Ehepaar in der Kirche vorgestellt wurde. Als diese nun wiederum feststellen, das ich eine Deutsche bin, fing die aeltere Generation auf einmal munter an Deutsch zu sprechen. Das meiste hoerte sich zwar alles nach Bayerisch oder nach Platt an, aber es war Deutsch!!! :)

Fuer mich galt die Formel: Ausland gleich English. Aber auch das stimmt nicht, wie ihr gerade gemerkt habt. Ich ertappe mich immer wieder, das ich nach vorhandenen Englishkenntnissen fragen, wobei ich sicherlich eher einen deutschprachige Person finden werde, als Englischsprachige.

Ebenso dachte ich, das hier in Rio Grande do Sul die Puenktlichkeit nicht so ausgepreagt waere. Irrtum! Hier in “klein Europa” herrscht eine groessere preussische Puenktlichkeit, als ich das von Deutschland gewoehnt bin. So komme ich momentan zu jeden Treffen mindestens eine halbe Stunde frueher, damit ich wirklich puenktlich bin. Die Treffen fangen puenktlich an und selbst die Professoren an der Uni mahnen zum puenktlichen Beginn.

August 10th, 2008 at 20:58 | Comments & Trackbacks (1) | Permalink


Endspurt

Für das Sommersemester 2008 sind die Vorlesungen nun bereits seit 14 Tagen beendet. Es müssen noch 3 kleinere Arbeiten eingereicht werden, damit der Ballast für Brasilien leichter wird ;-) . Das hinter mir liegende Semester ist für mich das letzte Semester in Deutschland gewesen. Nach meinen Aufenthalt in Brasilien wartet das Finale der Diplomarbeit auf mich.

Letzten Montag erhielt ich endlich meine einjährige Studienzusage aus Porto Alegre *juhu*! Ab August 2008 bin ich somit immatrikulierter Student an der öffentlichen Universität von Rio Grande do Sul in Porto Alegre/ Brasilien. Porto Alegre liegt im Süden Brasiliens.

Die Vorbereitungen für Brasilien (immatrikuliert, durchgeimpft und mit Visazusage ;-) , beim 2.ten Anlauf sowie mit vielen Stempeln) gehen dem Ende zu :-) .

Seit Donnerstag darf ich mich wieder stolz Dresdnerin ;-) nennen.

Ich werde ebenfalls als assoziierte Mitarbeiterin von Campus für Christus ausreisen. Dabei möchte als Student unter Studenten arbeiten, “Damit jeder Student einen kennt, der für Jesus brennt.” Ich bin gespannt, wie sich die Zusammenarbeit mit Campus Brasilien gestalten wird.

Meine Zeit ist momentan vorallem durch Abschied nehmen geprägt und meine Zelte in Gießen sind inzwischen zusammen geschlagen. Vielen Dank für die gemeinsame Zeit, die gemeinsamen Wege, die wir zusammen in Gießen gegangen sind. Habt Dank für die Gespräche und all das, was ich von euch lernen konnte! Ich würde mich voll freuen, wenn wir weiterhin auch über die Entfernung hinweg gemeinsamen Weges zögen. Ihr macht mein Leben reich und wertvoll! Diese Tage habe ich auf einer Postkarte den Spruch gefunden: “Freunde sind wie Sterne. Du kannst sie nicht immer sehen,aber sie sind immer da.” Dieses beeindruckende Lichtermeer, an nahestehenden Menschen, durfte ich den letzten Wochen aufleuchten sehen.

Habt Dank für Alles!!!

Juli 22nd, 2008 at 07:08 | Comments & Trackbacks (0) | Permalink