und das mit Gott rund um die Welt

Zwischen Seifenschaum…

Weißt du eigentlich wie schön du bist? Und das ist keine Frase, oder ein inzwischen sehr viel verwendeter Buchtitel, sondern eine ernst gemeinte Frage von ner Frau. Sie genießt es unter meiner Aufsicht seit langem mal wieder unter einer Dusche stehen zu dürfen. Diese Begegnung hat mich vor einer Weile geprägt, als ich schon einmal feststellte, welche Schönheit auch Obdachlose besitzen. Zu dem fand ich das Bild so klasse, wie man sich über frische und neue Kleider freuen kann. Das brachte mich damals zum Nachdenken, ob wir uns im übertragenen Sinne auch noch über das neue Gewand von Jesu freuen- Wir sind ja schließlich eine neue Kreatur in IHM und dürfen saubere, frische Kleidung tragen, während wir das alte Gewand abgelegt haben.

Seit dieser Begegnung ist schon viel Zeit vergangen. Als ich heute eine hiesige Professorin bei ihrer Arbeit in 2 verschiedenen Favelas begleitet habe, wurde mir die gleiche Frage wieder gestellt. Überraschender Weise war ich in dem Moment gerade am Staunen, wie schön und einzigartig Gott jeden Menschen geschaffen hat. Auch wenn es vielleicht nicht gerade das nächste Topmodell wird, doch die Einzigartigkeit, die jeder unserer Klienten ausstrahlt, finde ich spannend. Dabei haben diese Menschen nicht die einfachsten Lebensumstände, wissen was es heißt zu Hungern und zu Frieren.

Mich hat dieser Einblick in die Arbeit sehr fasziniert, weil in ihr einfache Wahrheiten auf den Punkt gebracht werden. Einmal drücken sie diese selbst durch ihr Leben aus, doch auf der anderen Seite werden die einfachsten Dinge zur Arbeitsgrundlage und die eigene Kreativität ist gefordert. Auch wurde mir neu bewusst, dass ich nicht all meinen Habitus als selbstverständlich voraussetzen kann, sondern, dass die Kunst darin liegt, einfach Dinge klar, liebevoll und erklärend- ohne das Ehrgefühl zu verletzen- anzusprechen.

Ein weiterer Punkt der mich immer wieder ins Staunen bringt, ist die spielerische Leichtigkeit mit der diese Leute ihr Leben leben. Es ist der Hammer, wie viel Herzlichkeit und Freude trotz der Härte des Lebens vorhanden ist, welche z.B. im Karneval ihren Ausdruck findet.

November 27th, 2008 at 17:54 | Comments & Trackbacks (0) | Permalink


verlängerter Wochenendsausflug ;-)

Es gibt im Portugiesischen das Wort saudade, welches man mit Fernweh, Heimweh oder einfach Sehnsucht übersetzen kann. Dieses Gefühl was alles umschliesst von “mich packt die Reiselust” bis hin zu “ich will nach Hause!!!”

Genau dieses packte mich gegen Ende letzter Woche, als ich in meinen Terminkalender schaute und feststellen musste, dass es nur noch wenige Wochen bis zu den großen heiß erwarteten Sommerferien sind. Meisten bringt der baldige Ferienbeginn auch viele Abgabetermine und Klausuren mit sich. Also sah ich an diesem Wochenende die letze Chance, noch einmal für den Semesterendspurt aufzutanken.

Da ich im Süden Brasilien wohne, liegt Montevideo (Hauptstadt von Uruguay) nur eine Nachtfahrt von Porto Alegre entfernt, sodass man mit den ersten Morgenstrahlen bereits auf den Strassen Montevideos wandeln kann. Gedacht- getan, so verbrachte ich den Samstag in Montevideo. Dort erfreute mich, dass trotz wirtschaftlicheren Herausforderungen jeglicher Kultur-& Museumsbesuch unentgeltlich ist. Hier fand ich im nationalen historischen Museum erstmals neben der Europäischen und Nationalen Geschichte auch viele weitere andere Kulturen und ihre Geschichte vertreten. Diese Ausgewogenheit begeisterte mich und ich durfte einiges über die Süd- und Zentralamerikanischen sowie die Asiatischen Kulturen lernen.

Montevideo

Montevideo

Mit der Fähre sind es dann nur noch 2 Stunden bis Buenos Aires (Hauptstadt Argentiniens). Diese Stadt ist einfach der Hammer!!!! Die erste Stadt in Südamerika, welche eine Spagat zwischen Alt und Modern sehr gut abgefedert hat und nicht einfach nur irgendwie von Wolkenkratzern überschwemmt wurde. Im Goetheinstitut habe ich auch ein wissenschaftliche Vergleichsarbeit zwischen Berlin und B.A. gefunden. Sehr spannend, da auch Geschichtlich manch eine Gemeinsamkeit zwischen beiden Städten besteht. Ihre 13 Mio. Einwohner bekommt man in der Stadt dank der vielen großzügig angelegten Grünflächen kaum zu spüren. B.A. steht für Evita und Tango. Letzteres kann man ausgiebig im Arbeiter- und Künstlerviertel La Boca bewundern. Mich beeindruckte vor allem die Phantasie und die Gastfreundschaft der Buenes Airer! Eine Stadt in der ich mit Sicherheit auch längerfristig leben könnte ;-) .

B.A.

B.A.

kreativer B.A.ner

kreativer B.A.ner

essbare Kreativität for free

essbare Kreativität for free

B.A. by night

B.A. by night

Der einzig zu verzeichnende Verlust ist, dass meine Kamera ungefragt den Geist aufgeben hat- einfach so. Gestärkt mit vielen reichhaltigen Begegnungen und ohne Kamera ;-(, fällt es mir nun leicht den Semesterendspurt anzutreten und die Sommerferien nahen- komischer Weise Weihnachten auch. Dieser Zusammenhang passt gerade noch nicht in meinen Kopf.

November 19th, 2008 at 23:20 | Comments & Trackbacks (1) | Permalink


Die Welt zu Gast bei Freunden- Teil 2

Dass das wirklich so ist, habe ich die letzten 1,5 Wochen ganz oft spüren dürfen. Auf dem Weg nach Rio de Janeiro unternahm ich einen Abstecher nach Paranti. Ein kleines Fischerdorf, dass seinen ganz eigenen Seharm besitzt. Beim Betrachten durch ein Fenster der verschiedensten Kunstwerke, wurde ich mit meinem ganzen Gepäck von der Künstlerin hereingebeten. Nach einem kurzen Gespräch stellten wir beide unser Interesse an anderen Kulturen fest und hatten einen regen Austausch. Damit mir die Erkundung der Kleinstadt leichter fiel, durfte ich mein Gepäck bei ihr unterstellen. So konnte ich die Hafenstadt viel besser geniessen und auch weitere Künstler in ihren Ateliers besuchen. Am Abend erhielt ich neben meinen Gepäck auch eine gesunde Wegzerrung ;-) .

Parati

Parati

Strassenleben

Strassenleben

Am folgenden Tag machte ich mich zur Ilha Grande (eine ehemalige Gefängnisinsel) auf, welche einfach atemberaubende Strände besitzt, die von Wald/ Dschungel umgeben sind.

Ilha Grande

Ilha Grande

Der Kontrast erfolgte daraufhin in Rio de Janeiro. Ein wenig habe ich ja bereits über die Stadt geschrieben. Sie erhielt ihren Namen, als im Januar 1502 Gaspar de Lemos eine große Bucht Brasiliens fand und sie irrtümlich als Fluss identifizierte. Rio war bereits im 17. Jhd., nach Salvador da Bahia und Recife, die drittwichtigste Stadt der Portugiesen in Brasilien. Kurz vor dem Einmarsch von Napoleon in Lissabon floh Portugals Kronprinz Dom João VI. mit seinem gesamten Hofstab nach Brasilien. Dabei verliebte er sich so sehr in die Stadt, dass er seine Regierungstätigkeiten über das vereinigte Königreich Portugals, Brasilien und Algarve von Rio aus verwaltete. Bevor die Regierung in ihre eigens kreierte Hauptstadt Brasilia umzog, blieb Rio bis 1960 die politische Hauptstadt Brasiliens. Durch sehr viele Einwanderungswellen entwickelten sich überall auf den Hügeln Rios Favelas, so dass ein gewisses Gefahrenpotential überall in der Stadt lauert. Da aber Menschen eine Stadt prägen, durfte ich mit Sonja den inneren Atem Rios spüren. Sie zeigte mir die Stadt und angesagte Sambaadressen. Nebenbei haben die Rioanerinnen mir eine Prise Samba mit ins Blut gestreut, wobei ich sie echt für ihre Ausdauer bewundere!!! Für mich war es sehr beeindruckend zu sehen, dass selbst 5 Jährige nicht still stehen können, wenn Nachts gegen 23 Uhr Samba-Live-Musik gespielt wird und die Väter keinen Zweifel dran lassen, dass sie die wahren Prinzessinnen sind.

Bibliothek

Bibliothek

Theater und Belas Artes

Theater und Belas Artes

Antike Strassenbahn& moderne Kirche im Hintergrund

Antike Strassenbahn& moderne Kirche im Hintergrund

Christo Redertor

Christo Redentor

Aussicht von Christo Redentor

Aussicht von Christo Redentor

Pão de Açucar

Aussicht vom Pão de Açucar

Das Kontrastprogramm dazu war Ouro Preto, eine alte Konionalstadt, welche den Reichtum der einstigen Goldfunde widerspiegelt, aber leider auch die Leidensgeschichte vieler Sklaven. Auf den Weg dahin wurde mir die Gastfreundschaft einer deutschen Immigrantin zu teil, welche mir ihr Fahrrad auslieh damit ich ihre Stadt besser erkunden konnte und mich anschliessend zum Mittag einlud, so dass ich den Genuss der ammazonischen Küche kennenlernen durfte. Diese unterscheidet sich sehr stark von dem, was ich bis dahin kennengelernt hatte. Sehr viel Gemüse und fischhaltig mit viel mehr exotischen Früchten, die aber seeeehr lecker schmecken. In Ouro Preto beeindruckte mich am meisten eine Jesusstatue, welche die Liebe Jesus so klar auf den Punkt gebracht hat- wie noch nie zuvor. Der gekreuzigte Jesus umarmt den Sünder und schaut ihn mit liebenden Augen ins Gesicht bzw. weiter zu der Person, welche frontal zu der Statue steht. *Wow* wir haben echt einen Gott der uns ansieht, uns wertschätzt und uns liebt. Wobei diese Liebe über den Tot hinausreicht. Am Abend schloss ich Bekanntschaft mit einem Franzosen und einer Engländerin, die sich in Thailand kennen- und lieben gelernt haben. Gemeinsam verbrachten wir einen bunten Abend im Kreise von Brasilianern. Unser Sprachgewirr war echt spannend, so versuchte der Franzose sich mit den Brasilianern, anhand seiner Muttersprache und ein paar Brocken Reisespanisch,  zu unterhalten – Aber es funktionierte ;-) ! Auch erhielt ich, dank eines lieben Brasilianer, eine weitere Einführung in brasilianische Musik. Gemeinsam übersetzten wir etliche Texte und im Anschluss durfte ich mit in der ersten Reihe sitzen, wie er mit seinen Freunden ihre Gedanken des Herzens in Musik verwandelte.

Ouro Preto

Ouro Preto

Als kurzen Zwischenstopp steuerte ich Brasilia an, doch selbst das hat sich noch nicht einmal gelohnt. Brasilia ist eine der Fussgängerunfreundlichsten Städte, die ich bis jetzt kennen gelernt habe. Nicht nur das die Gebäude sehr weit voneinander entfernt liegen, so zäumen viel grosse umbeschattete Plätze die Zwischenräume. Doch junge Einheimische lieben ihre Stadt trotz allem, vielleicht gerade auch wegen ihrer Einmaligkeit. Diese Stadt wird gern als die Stadt des 3. Jahrtausends bezeichnet und ist eine Erfindung des Architekten Oskar Niemeyers. Sie wurde innerhalb von 41 Monaten aus den Boden gestampft und besitzt somit keinerlei Geschichte, was man leider zu spüren bekommt. Noch heute wird nach den Plänen von Niemeyers in Brasilia weitergebaut. So gibt es strikte Vorgaben, damit die “historische Stadt” als Grundriss eines Flugzeuges erhalten bleibt. Am 21. April 1960 fand offizielle Verlegung der Hauptstadt ins Landesinnere nach Brasiliá statt.

Kongress

Kongress

Katedrale

Katedrale

Die letzten Tage meines eigentlich ungeplanten Reisens verbrachte ich im Pantanal. Eine Zeit die ich echt nicht missen möchte und dich mich auch sehr geprägt hat. So war es wie ein “Sommerlager für Fortgeschrittene”, abei dem ich als Teilnehmer dabei war. Auf unserem Plan stand eine Dschungelwanderung, Jeep- und Wasserboottour, Angeln und wenn man mehr Zeit hatte auch ein Ausritt in die umliegenden Feuchtgebiete.  Ich durfte meinen ersten Piranhafisch angeln unter der Beobachtung von Kaimane, mit denen man -wer mag- schwimmen konnte. Außerdem konnte ich Bekanntschaft schliessen mit:

Ara

Ara

Tukan

Tukan

Affenmama

Affenmama

Jabiru

Jabiru

Kaiman

Kaiman

Pantanal

Pantanal

(Quellen: Lonely Planet: Brasilien, Juni 2008)

November 4th, 2008 at 00:09 | Comments & Trackbacks (1) | Permalink


Das Leben

… spielt manchmal anders, als man denkt. So ziehe ich jedenfalls das Fazit von meinen kurzweiligen Praktikum bei der Cena. Bereits nach 5 Tagen bin ich wieder gegangen, mit sehr vielen Eindrücken, Erlebnissen und viel Stoff zum Nachdenken. Gelernt habe ich viel und es hat mir auch einen Anstoß für ein eventuelles Diplomarbeitsthema gegeben. Die Kürze der Begegnung hat verschiedene Gründe, aber es ist gut so, wie es ist.

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Oktober 21st, 2008 at 09:34 | Comments & Trackbacks (2) | Permalink


Die Welt zu Gast bei Freunden

So oder so ähnlich habe ich mich in den letzten Tagen bei der Anreise nach São Paulo gefühlt, wobei mir das eher schlechte Wetter unter diesen Umständen gar nichts mehr ausgemacht hat.

Zunächst startete  ich die Tour Freitagnacht  um 0.30 Uhr mit dem Nachtbus nach Forianopolis.

Florianopolis 2

Florianopolis

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Oktober 12th, 2008 at 02:13 | Comments & Trackbacks (4) | Permalink


Trampen…

einmal anders!

Die Tage musste ich gewaltig schmunzeln, Tatort Gemeinde nach dem Gottesdienst:

F.: Willst du trampen?

K.: Wohin?

F.: Nach Hause?

K.: Wieso????

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Oktober 2nd, 2008 at 12:33 | Comments & Trackbacks (1) | Permalink


Kontextualisierung- die Freiheit des anders sein

Nachdem ich bereits seit einem Monat in Porto Alegre wohne und dabei die Stadt und Leute etwas näher kennenlernen durfte, nutzte ich die “Woche der Beobachtung” um mich auf eine kleine Reise zu begeben.

So begann das Abenteuer mit einer Nachtfahrt zu den ehemaligen Jesuitenmissionen am anderen Ende des Bundeslandes Rio Grande do Sul, sowie in Argentinien. 1608 haben die Jesuiten, auf Befehl des Gouverneurs der spanischen Provinz Paraguay, für mehre Jahrhunderte kontextualisiert das Evangelium den hier ansässigen Tupis und Guaranis gebracht, ohne dabei die Kultur oder Sprache zu vernichten. Die so genannten Missionen wurden für die Gegend zu kulturellen, intellektuellen und religiösen Zentren ihre Zeit. Hier entstand auch das Schriftbild der Tupi-Guarani-Sprache.

Die Missionen mussten mit ihren modernen Ansichten einen 2 Frontenkrieg führen, einmal gegenüber den Goldsuchern und Sklavenhändlern von Sao Paulo, die auf der Suche nach billigen Arbeitskräften und den Großen Geschäft waren, und vor den aussendenden Herrschaften Roms, Spanien und Portugals, die mit den frei denkenden Jesuiten aneckten.

São Miguel das Missões

São Miguel das Missões

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September 10th, 2008 at 18:09 | Comments & Trackbacks (1) | Permalink


Korrektur von vorhandenen Schematas

Wie stellt ihr euch einen Deutschen bzw. alemão vor?

Wie er auch immer bei euch aussieht, in die Vorstellung hier passe ich definitiv nicht hinein. ;)

Gestern bin mit 2 typischen Deutschen durch die Stadt gezogen und wir hoerten von ganz vielen Seiten alemãos. Dabei klaerten sie mich auf, das es schwierig ist, den hier Ansaessigen klar zu machen, dass sie nicht nur wie welche aussehen, sondern auch welche sind. Das Ganze kann geschichtlich begruendet werden, denn es gab eine ganze Reihe Einwanderungswellen nach Brasilien. Der suedliche Teil Brasiliens wurde fuer viele Deutsche, Polen und Italienern zur neuen Heimat. Manch eine Familie pflegte dabei die Tradition, von einer Generation zur anderen ihre deutsche Muttersprache weiterzugeben.

So stellt sich spaetestens nach meinen ersten Saetzen heraus, dass ich keine Deutsche bin. Als naechstes liegt dann “Amerikanerin” nahe, aber Deutsch sehe ich nun wirklich nicht aus. So begab es sich heute, das ich zunaechst einem amerikanischen Ehepaar in der Kirche vorgestellt wurde. Als diese nun wiederum feststellen, das ich eine Deutsche bin, fing die aeltere Generation auf einmal munter an Deutsch zu sprechen. Das meiste hoerte sich zwar alles nach Bayerisch oder nach Platt an, aber es war Deutsch!!! :)

Fuer mich galt die Formel: Ausland gleich English. Aber auch das stimmt nicht, wie ihr gerade gemerkt habt. Ich ertappe mich immer wieder, das ich nach vorhandenen Englishkenntnissen fragen, wobei ich sicherlich eher einen deutschprachige Person finden werde, als Englischsprachige.

Ebenso dachte ich, das hier in Rio Grande do Sul die Puenktlichkeit nicht so ausgepreagt waere. Irrtum! Hier in “klein Europa” herrscht eine groessere preussische Puenktlichkeit, als ich das von Deutschland gewoehnt bin. So komme ich momentan zu jeden Treffen mindestens eine halbe Stunde frueher, damit ich wirklich puenktlich bin. Die Treffen fangen puenktlich an und selbst die Professoren an der Uni mahnen zum puenktlichen Beginn.

August 10th, 2008 at 20:58 | Comments & Trackbacks (1) | Permalink


Abenteuer Leben

Die Geduldsproben von Seiten der Behoerden nehmen ein Ende und nun besitze ich auch den letzten wichtigen Stempel in meinem Pass, der mir offiziell das Recht gibt, 1 Jahr in Brasilien unterwegs sein zu duerfen ;-) .

Auch meine CPF- Nummer ist in Arbeit, dass ist die Nummer, welche mir in diesem Land eine Identitaet gibt und mich Handlungsfaehig macht. Manch einer hat mehr als ein Jahr damit zu kaempfen. Eigentlich ist es ein Wunder, dass die Beheorden in meinen Fall so schnell arbeiten! Was die Behoerden im Allgemeinen betrifft, so sollte man immer ein gutes Buch einstecken haben oder die neusten Vokabelkarten, denn es kann sich nur um Stunden handeln ;-) . Dabei sollte man auch nicht verzagen, wenn man die Zahl 119 zieht und aktuelle Bearbeitungsnummer vielleicht gerade 79 betraegt. Eine behoerdliche Massnahme gegen Langeweile scheint mir der Fernseher zu sein, welchen man in jedem Wartesaal vorfinden kann. Wobei sich glaub ich nur die Fussballliebhaber darueber wirklich freuen, denn so koennen sie mit guten Gewissen jedes Spiel verfolgen.

Das Leben bleibt weiterhin ein Abenteuer, so zum Beispiel auch die Sprache. Wobei ohne Babel einiges einfacher waere. So fallen mir bei unseren Haushunden zum Beispiel immer zuerst alle arabischen Woerter ein, bevor die portugiesischen Folgen. Schon witztig: War mir nie bewusst gewesen wie gut ich auf arabisch Schimpfen kann ;) . Das Woerterbuch habe ich momentan auch zu meinem besten Freund erklaert – kein Schritt ohne ihn.

Auch der Alltag haelt so manch eine Ueberraschung bereit. So gibt es beispielsweise keine Klingeln an den Haustueren oder Professoren werden mit den Vornamen angesprochen. Oder hast du schon mal eine Vorstellungsrunde erlebt, wo jeder sagt, warum deine Eltern dir deinen Namen gegeben haben?

Alle bisher getroffenen Brasilianer sind voll hilfsbereit, sehr geduldig in meinen ersten Sprachversuchen und im allgemeinen Leidenschaftlich in dem, was sie tun. Egal ob sie ihre Stadt moegen und sie deshalb gleich erstmal von der besten Seite zeigen wollen, mich sicher zum Bus begleiten wollen, weil ich den Weg noch nicht finde (der an sich nur 5 min. geradeaus-gehen beinhaltet), oder aber die komplette Kommunikation ins Deutsche oder Englische uebersetzten, damit ich am Gespraech teilhaben kann.

August 8th, 2008 at 09:54 | Comments & Trackbacks (1) | Permalink


Endspurt

Für das Sommersemester 2008 sind die Vorlesungen nun bereits seit 14 Tagen beendet. Es müssen noch 3 kleinere Arbeiten eingereicht werden, damit der Ballast für Brasilien leichter wird ;-) . Das hinter mir liegende Semester ist für mich das letzte Semester in Deutschland gewesen. Nach meinen Aufenthalt in Brasilien wartet das Finale der Diplomarbeit auf mich.

Letzten Montag erhielt ich endlich meine einjährige Studienzusage aus Porto Alegre *juhu*! Ab August 2008 bin ich somit immatrikulierter Student an der öffentlichen Universität von Rio Grande do Sul in Porto Alegre/ Brasilien. Porto Alegre liegt im Süden Brasiliens.

Die Vorbereitungen für Brasilien (immatrikuliert, durchgeimpft und mit Visazusage ;-) , beim 2.ten Anlauf sowie mit vielen Stempeln) gehen dem Ende zu :-) .

Seit Donnerstag darf ich mich wieder stolz Dresdnerin ;-) nennen.

Ich werde ebenfalls als assoziierte Mitarbeiterin von Campus für Christus ausreisen. Dabei möchte als Student unter Studenten arbeiten, “Damit jeder Student einen kennt, der für Jesus brennt.” Ich bin gespannt, wie sich die Zusammenarbeit mit Campus Brasilien gestalten wird.

Meine Zeit ist momentan vorallem durch Abschied nehmen geprägt und meine Zelte in Gießen sind inzwischen zusammen geschlagen. Vielen Dank für die gemeinsame Zeit, die gemeinsamen Wege, die wir zusammen in Gießen gegangen sind. Habt Dank für die Gespräche und all das, was ich von euch lernen konnte! Ich würde mich voll freuen, wenn wir weiterhin auch über die Entfernung hinweg gemeinsamen Weges zögen. Ihr macht mein Leben reich und wertvoll! Diese Tage habe ich auf einer Postkarte den Spruch gefunden: “Freunde sind wie Sterne. Du kannst sie nicht immer sehen,aber sie sind immer da.” Dieses beeindruckende Lichtermeer, an nahestehenden Menschen, durfte ich den letzten Wochen aufleuchten sehen.

Habt Dank für Alles!!!

Juli 22nd, 2008 at 07:08 | Comments & Trackbacks (0) | Permalink