und das mit Gott rund um die Welt

das Alltägliche

In Porto Alegre hat mich nun der Alltag wieder eingeholt. So beschäftige ich mich unter der Woche vor allem mit der portugisischen Sprache auf unterschiedlichster Art und Weise.

Montags bereite ich mich hauptsächlich auf meine Sprachpruefung Ende April vor. So trainieren wir in einem Internationalen Sprachkurs 5 Stunden lang das Verständnis von Radiosendungen und Fernsehberichten in leserfreundliche Texte zu verarbeiten, aber auch über alle Alltagsthemen eingehende Gespraeche zu führen, sowie Aufsätze und Leserbriefe zu schreiben.

Dienstags widme ich mich dann den universitären Aufgaben und Hausarbeiten. Nebenher ist dies auch der Tag, an dem ich die unterschiedlichsten Exkursionen unternehme. So geht es beispielweise demnächst in ein Frauengefängnis mit angeschlossener Kinderkrippe oder in eine offene Schule in eine Kommunität (Favela) der Stadt.

Ab Mittwoch beginnen meine Pflichtveranstaltungen. So belege ich hier das Fach “Erziehung, Gesundheit und Körper” Ich finde es spannend darüber nachzudenken, welchen Erziehungsaugftrag wir haben und wie wir ihn bisher wahrnehmen in diesem Bereich. Der Kurs ist für mich jede Woche eine Horizonterweiterung, wenn er auch nicht ganz mein Weltbild widerspiegelt. Die kleinen wöchentlichen Provokationen zu dem Thema regen aber auf jeden Fall zum Nachdenken an, sowie dazu sich Positionen zu den einzelnen Themengebieten zu erarbeiten.

Jeden Donnerstag widme ich mich meinem Hauptschwerpunkt in der Erziehungswissenschaft: der Heil- und Sonderpädagogik. Vormittags beschäftige ich mich mit der “Erziehung in Exklusion und Inklusion. Hier behandeln wir die herausfordernden Fragen, wie eine Ehe von geistig Schwerstbehinderten, ihre Selbstständigkeit und der Wunsch nach den eigenen 4 Waenden, sowie einem gleichwertigen Studium gestaltet werden können. Am Abend hingegen setzte ich mich mit dem Fach “Interventionspädagogik und die Notwendigkeit von Sonderpädagogik” auseinander. Das spannende an diesem Kurs ist die Interdisziplinarität sowie die Alterspanne der Anwesenden. Diesen Kurs besuchen viele aktive Lehrer, die gerade noch ihre Ausbildung zu ihrem Beruf nachholen. Unser Kurs ist eine gute Mischung aus Mathe- und  Geografielehrern sowie Theater- und Erziehungswissenschaftlern. Dieser Kurs beinhaltet auch eine interkulturelle Perspektive. Da der Dozent in Italien studiert hat und uns ein breites Wissen an unterschiedlichen internationalen Herangehensweisen vermittelt.

Die Woche wird schliesslich durch den 4stuendigen Kurs “Erziehung und Gesellschaft” abgerundet. Jeden Freitag gehen mir neue Kronleuchter auf, was meine eigene bzw. kontrastweise die brasilianische Kultur ausmacht. Die Herausforderung besteht dann darin, die neuen Erkenntnisse in der eigenen Pädagogik zur Anwendung zu bringen.

Neben den Kursen kommt die Sprache jeden Tag in vielen Begegnungen mit Studenten zum Einsatz. Gerade der gemeinsame Gang zur Mensa lässt unsere Beziehungen über den Studienalltag hinaus vertiefen. Aber auch im regelmäßigen gemeinsamen Capoeiratraining wachsen die Freundschaften. Dabei besteht meine neueste sprachliche Herausforderung im portogiesischen Gesang bzw. in dessen Improvisation, durch Einflächtung von aktuellen Begebenheiten zur instrumentalen Begleitung.

Wie ihr seht ist das Alltägliche doch sehr abwechslungsreich, wenn auch herausfordernd. Gerade im Bezug auf den Unialltag, da mein tägliches Lesepensum 50 Seiten pro Tag betragen. Hinzu kommt, dass mir noch sehr, sehr viele Vokabeln fehlen (gerade im Kananäisch), doch so wird auf jeden Fall meine Kreativität im beschreiben von Prozessen und Gegenständen gefördert- manchmal sogar grafisch ;-) .

April 7th, 2009 at 13:56 | Comments & Trackbacks (0) | Permalink


aus der Naturapotheke schoepfen

Spätestens seit meinem Aufenthalt in Bahia, habe ich eine Vorliebe für Früchte entwickelt. Gerade im Nordosten gibt es eine riesige Auswahl an tropischen Früchten, die aber auch die unterschiedlichsten Reaktionen im Körper hervorrufen koennen.

Obsthändler

Obsthändler

So kann man in Tagen, in denen man durchhängt bzw. nach einem arbeitsreichen oder anstrengenden Trainingstag einen sogenannten Açai-Tigel mit Bananen (Melone oder Ananas) geniessen. Mit diesem eisartig servierten Fruchtkompott kehren die aufgebrauchten Kräfte ca. nach einer 1/2 bis 1h wieder zurück. Eine ähnlich belebende Wirkung besitzt auch Maracuja- Fruchtsaft. Allerdings ist Vorsicht! mit den Kernen geboten. Mit ihnen kann man die belebende Wirkung invertieren, weil sie sich als optimale Einschlafhilfe ;-) erweisen. Mamão dagegen ist ein perfektes Abführungsmittel, falls einer von euch mal an Verstopfung leiden sollte. Hier gibt es aber noch eine Menge andere Früchte, dessen Geschmack für mich eine ganz neue Erfahrung waren.

die Mischung macht´s

die Mischung macht´s

Mein neustes Hobby ist nun, alle möglichen Früchte zusammen zu Fruchtsäften zu verarbeiten. Habt ihr schon mal einen Mango- Melonen- Saft getrunken? Oder einen Maracuja- Bananen- Saft? Aber auch eine einzelne Frucht ist  ein Hochgenuss. Falls ihr mal etwas ausprobieren wollt, hier ein Vorschlag von mir:

Man nehme einen Massbecher und fuelle ihn mit Wassermelone bis ca. 600ml auf. Dann gebe man ca. 1200ml Wasser dazu und lasse den Mixer das seinige tun.Wer es suesser mag, reichert den Fruchtsaft noch etwas mit Zucker an. Das Mischungsverhaeltnis koennt ihr aber auch gern anders ansetzen :)

P.S.: Uebrigens wird in Bahia dieser oder andere Fruchtsaefte zusammen mit einem Broetchen mit Magarine gern als Abendbrot serviert.

April 7th, 2009 at 12:55 | Comments & Trackbacks (0) | Permalink


Feliz natal

Weihnachten einmal anders. Mir ist dieses Jahr bewusst geworden, wie Weihnachten in meinen Kopf mit vielen Traditionen verbunden ist. Sie sind für mich ein fester Bestandteil v0n Weihnachten, wie beispielsweise die Deko (Erzgebirgische Schnitzereien inklusive Räuchermännchen), einem echten Tannenbaum, Stollen, Gebäck, einem heißen Tee oder leckeren Kaffee.

Kaffee haben wir hier auch, doch dieser wird meistens lieber gegen eine eisgekühlte Kokosnuss am Strand oder einen frisch hergestellten Maracuja oder Ananassaft eingetauscht. Wo wir gerade beim Thema Strand sind, so zieht es mich bei Temperaturen von bis zu 40°  immer wieder an die glasklaren Strände von Salvador. Und wenn man man schon einmal da ist, sind die Wellen so verlockend, dass ich inzwischen die ersten Surfversuche unternehme. In den Abendstunden hingegen werden die neusten Bewegungen von Capoeira  am Strand trainiert bzw. einfach gespielt bis mal wieder eine Abkühlung im Wasser fällig wird. So bald es dunkel wird erscheinen die bunten Weihnachtslichter an den Palmen  bzw. bilden einen durchsichtigen Tannenbaum. Dass es Weihnachtet erkennt man ansonsten nur an der Werbung, den Styroporschnee im Kaufhaus und den Nikolausmützen der Verkäufer.

Weihnachten ist hier eine Frage der Religion und somit auch nicht besonders vordergründig. Stattdessen wünscht man dem diesjährigen Jahr eine gute Reise und veranstaltet viele Feste zum Jahresabschluss.

Was mir dieses Jahr wichtig geworden ist: ich feiere nicht Weihnachten wegen des Konsums und der Tradition, sondern die Geburt Jesus Christus, wodurch sich  in der Welt sehr viel verändert hat. Gott ist Mensch geworden. Er ist ein Gott der Begegnung, welcher sich für uns hingegeben hat am Kreuz, damit wir ihm jeder Zeit begegnen können.

Ich wünsche euch allen das Weihnachten ein Fest der Begegnung wird mit Gott und anderen Menschen und das wir neu ins Staunen geraten, wie groß und doch nahbar unser Gott Jahwe ist.

P.s.: Per Mail wird leider keine persönliche Weihnachtsgrusssendung erfolgen, da meine Adressdatei leider nicht mehr im PC auffindbar ist :( .

Dezember 23rd, 2008 at 18:33 | Comments & Trackbacks (1) | Permalink


Akte: Wintersemester 2008

… wird geschlossen und die Sommerferien stehen vor der Tür. Die Temperaturen sind jetzt meistens 35°+ und eigentlich sind alle in Ferienstimmung. Was bringt der Sommer? 3 Monate Ferien (die Welt entdecken;-)) . Die Brasilianer würden jetzt noch hinzufügen- Strand ;-) .

Diese Woche habe ich 2 Kurse abgeschlossen und die anderen werden die kommende Woche beendet. Dies möchte ich zum Anlass nehmen und auf die letzten 4 Monate zurück schauen, etwas rekapitulieren was ich alles wahrnehmen bzw. lernen durfte. Mein Semester bestand aus 4 Kurse an der Uni, sowie einen Sprachkurs und Capoeiratraining. Für die Statistikfans bestand es aus:

  • 2 Vorträgen
  • 2 Klausuren
  • 2 Sprachprüfungen
  • 5 Exkursionen
  • Filmdiskussion
  • Entwicklung eines kleinen Theaterstückes & dessen Aufführung
  • 6 kleine bis mittlere Hausarbeiten
  • 6x wöchentlich Capoeiratraining.

Die Spracherkenntnisse erweitern und vertiefen sich ja glücklicherweise mit jeden Gespräch ;-) . Es macht aber auch langsam Spass, wenn Sprache nun nicht mehr nur Barriere ist, sondern wenn man langsam anfängt Lieder, die für einen Improvisiert werden, oder auch kleine Wortspielereien zu verstehen. Nach wie vor stellt die Sprache für mich die größte Herausforderung dar, an der ich mich täglich reibe. Deshalb wird natürlich auch in den Ferien weitertrainiert ;-) .

Dezember 2nd, 2008 at 14:19 | Comments & Trackbacks (0) | Permalink


verlängerter Wochenendsausflug ;-)

Es gibt im Portugiesischen das Wort saudade, welches man mit Fernweh, Heimweh oder einfach Sehnsucht übersetzen kann. Dieses Gefühl was alles umschliesst von “mich packt die Reiselust” bis hin zu “ich will nach Hause!!!”

Genau dieses packte mich gegen Ende letzter Woche, als ich in meinen Terminkalender schaute und feststellen musste, dass es nur noch wenige Wochen bis zu den großen heiß erwarteten Sommerferien sind. Meisten bringt der baldige Ferienbeginn auch viele Abgabetermine und Klausuren mit sich. Also sah ich an diesem Wochenende die letze Chance, noch einmal für den Semesterendspurt aufzutanken.

Da ich im Süden Brasilien wohne, liegt Montevideo (Hauptstadt von Uruguay) nur eine Nachtfahrt von Porto Alegre entfernt, sodass man mit den ersten Morgenstrahlen bereits auf den Strassen Montevideos wandeln kann. Gedacht- getan, so verbrachte ich den Samstag in Montevideo. Dort erfreute mich, dass trotz wirtschaftlicheren Herausforderungen jeglicher Kultur-& Museumsbesuch unentgeltlich ist. Hier fand ich im nationalen historischen Museum erstmals neben der Europäischen und Nationalen Geschichte auch viele weitere andere Kulturen und ihre Geschichte vertreten. Diese Ausgewogenheit begeisterte mich und ich durfte einiges über die Süd- und Zentralamerikanischen sowie die Asiatischen Kulturen lernen.

Montevideo

Montevideo

Mit der Fähre sind es dann nur noch 2 Stunden bis Buenos Aires (Hauptstadt Argentiniens). Diese Stadt ist einfach der Hammer!!!! Die erste Stadt in Südamerika, welche eine Spagat zwischen Alt und Modern sehr gut abgefedert hat und nicht einfach nur irgendwie von Wolkenkratzern überschwemmt wurde. Im Goetheinstitut habe ich auch ein wissenschaftliche Vergleichsarbeit zwischen Berlin und B.A. gefunden. Sehr spannend, da auch Geschichtlich manch eine Gemeinsamkeit zwischen beiden Städten besteht. Ihre 13 Mio. Einwohner bekommt man in der Stadt dank der vielen großzügig angelegten Grünflächen kaum zu spüren. B.A. steht für Evita und Tango. Letzteres kann man ausgiebig im Arbeiter- und Künstlerviertel La Boca bewundern. Mich beeindruckte vor allem die Phantasie und die Gastfreundschaft der Buenes Airer! Eine Stadt in der ich mit Sicherheit auch längerfristig leben könnte ;-) .

B.A.

B.A.

kreativer B.A.ner

kreativer B.A.ner

essbare Kreativität for free

essbare Kreativität for free

B.A. by night

B.A. by night

Der einzig zu verzeichnende Verlust ist, dass meine Kamera ungefragt den Geist aufgeben hat- einfach so. Gestärkt mit vielen reichhaltigen Begegnungen und ohne Kamera ;-(, fällt es mir nun leicht den Semesterendspurt anzutreten und die Sommerferien nahen- komischer Weise Weihnachten auch. Dieser Zusammenhang passt gerade noch nicht in meinen Kopf.

November 19th, 2008 at 23:20 | Comments & Trackbacks (1) | Permalink


Die Welt zu Gast bei Freunden- Teil 2

Dass das wirklich so ist, habe ich die letzten 1,5 Wochen ganz oft spüren dürfen. Auf dem Weg nach Rio de Janeiro unternahm ich einen Abstecher nach Paranti. Ein kleines Fischerdorf, dass seinen ganz eigenen Seharm besitzt. Beim Betrachten durch ein Fenster der verschiedensten Kunstwerke, wurde ich mit meinem ganzen Gepäck von der Künstlerin hereingebeten. Nach einem kurzen Gespräch stellten wir beide unser Interesse an anderen Kulturen fest und hatten einen regen Austausch. Damit mir die Erkundung der Kleinstadt leichter fiel, durfte ich mein Gepäck bei ihr unterstellen. So konnte ich die Hafenstadt viel besser geniessen und auch weitere Künstler in ihren Ateliers besuchen. Am Abend erhielt ich neben meinen Gepäck auch eine gesunde Wegzerrung ;-) .

Parati

Parati

Strassenleben

Strassenleben

Am folgenden Tag machte ich mich zur Ilha Grande (eine ehemalige Gefängnisinsel) auf, welche einfach atemberaubende Strände besitzt, die von Wald/ Dschungel umgeben sind.

Ilha Grande

Ilha Grande

Der Kontrast erfolgte daraufhin in Rio de Janeiro. Ein wenig habe ich ja bereits über die Stadt geschrieben. Sie erhielt ihren Namen, als im Januar 1502 Gaspar de Lemos eine große Bucht Brasiliens fand und sie irrtümlich als Fluss identifizierte. Rio war bereits im 17. Jhd., nach Salvador da Bahia und Recife, die drittwichtigste Stadt der Portugiesen in Brasilien. Kurz vor dem Einmarsch von Napoleon in Lissabon floh Portugals Kronprinz Dom João VI. mit seinem gesamten Hofstab nach Brasilien. Dabei verliebte er sich so sehr in die Stadt, dass er seine Regierungstätigkeiten über das vereinigte Königreich Portugals, Brasilien und Algarve von Rio aus verwaltete. Bevor die Regierung in ihre eigens kreierte Hauptstadt Brasilia umzog, blieb Rio bis 1960 die politische Hauptstadt Brasiliens. Durch sehr viele Einwanderungswellen entwickelten sich überall auf den Hügeln Rios Favelas, so dass ein gewisses Gefahrenpotential überall in der Stadt lauert. Da aber Menschen eine Stadt prägen, durfte ich mit Sonja den inneren Atem Rios spüren. Sie zeigte mir die Stadt und angesagte Sambaadressen. Nebenbei haben die Rioanerinnen mir eine Prise Samba mit ins Blut gestreut, wobei ich sie echt für ihre Ausdauer bewundere!!! Für mich war es sehr beeindruckend zu sehen, dass selbst 5 Jährige nicht still stehen können, wenn Nachts gegen 23 Uhr Samba-Live-Musik gespielt wird und die Väter keinen Zweifel dran lassen, dass sie die wahren Prinzessinnen sind.

Bibliothek

Bibliothek

Theater und Belas Artes

Theater und Belas Artes

Antike Strassenbahn& moderne Kirche im Hintergrund

Antike Strassenbahn& moderne Kirche im Hintergrund

Christo Redertor

Christo Redentor

Aussicht von Christo Redentor

Aussicht von Christo Redentor

Pão de Açucar

Aussicht vom Pão de Açucar

Das Kontrastprogramm dazu war Ouro Preto, eine alte Konionalstadt, welche den Reichtum der einstigen Goldfunde widerspiegelt, aber leider auch die Leidensgeschichte vieler Sklaven. Auf den Weg dahin wurde mir die Gastfreundschaft einer deutschen Immigrantin zu teil, welche mir ihr Fahrrad auslieh damit ich ihre Stadt besser erkunden konnte und mich anschliessend zum Mittag einlud, so dass ich den Genuss der ammazonischen Küche kennenlernen durfte. Diese unterscheidet sich sehr stark von dem, was ich bis dahin kennengelernt hatte. Sehr viel Gemüse und fischhaltig mit viel mehr exotischen Früchten, die aber seeeehr lecker schmecken. In Ouro Preto beeindruckte mich am meisten eine Jesusstatue, welche die Liebe Jesus so klar auf den Punkt gebracht hat- wie noch nie zuvor. Der gekreuzigte Jesus umarmt den Sünder und schaut ihn mit liebenden Augen ins Gesicht bzw. weiter zu der Person, welche frontal zu der Statue steht. *Wow* wir haben echt einen Gott der uns ansieht, uns wertschätzt und uns liebt. Wobei diese Liebe über den Tot hinausreicht. Am Abend schloss ich Bekanntschaft mit einem Franzosen und einer Engländerin, die sich in Thailand kennen- und lieben gelernt haben. Gemeinsam verbrachten wir einen bunten Abend im Kreise von Brasilianern. Unser Sprachgewirr war echt spannend, so versuchte der Franzose sich mit den Brasilianern, anhand seiner Muttersprache und ein paar Brocken Reisespanisch,  zu unterhalten – Aber es funktionierte ;-) ! Auch erhielt ich, dank eines lieben Brasilianer, eine weitere Einführung in brasilianische Musik. Gemeinsam übersetzten wir etliche Texte und im Anschluss durfte ich mit in der ersten Reihe sitzen, wie er mit seinen Freunden ihre Gedanken des Herzens in Musik verwandelte.

Ouro Preto

Ouro Preto

Als kurzen Zwischenstopp steuerte ich Brasilia an, doch selbst das hat sich noch nicht einmal gelohnt. Brasilia ist eine der Fussgängerunfreundlichsten Städte, die ich bis jetzt kennen gelernt habe. Nicht nur das die Gebäude sehr weit voneinander entfernt liegen, so zäumen viel grosse umbeschattete Plätze die Zwischenräume. Doch junge Einheimische lieben ihre Stadt trotz allem, vielleicht gerade auch wegen ihrer Einmaligkeit. Diese Stadt wird gern als die Stadt des 3. Jahrtausends bezeichnet und ist eine Erfindung des Architekten Oskar Niemeyers. Sie wurde innerhalb von 41 Monaten aus den Boden gestampft und besitzt somit keinerlei Geschichte, was man leider zu spüren bekommt. Noch heute wird nach den Plänen von Niemeyers in Brasilia weitergebaut. So gibt es strikte Vorgaben, damit die “historische Stadt” als Grundriss eines Flugzeuges erhalten bleibt. Am 21. April 1960 fand offizielle Verlegung der Hauptstadt ins Landesinnere nach Brasiliá statt.

Kongress

Kongress

Katedrale

Katedrale

Die letzten Tage meines eigentlich ungeplanten Reisens verbrachte ich im Pantanal. Eine Zeit die ich echt nicht missen möchte und dich mich auch sehr geprägt hat. So war es wie ein “Sommerlager für Fortgeschrittene”, abei dem ich als Teilnehmer dabei war. Auf unserem Plan stand eine Dschungelwanderung, Jeep- und Wasserboottour, Angeln und wenn man mehr Zeit hatte auch ein Ausritt in die umliegenden Feuchtgebiete.  Ich durfte meinen ersten Piranhafisch angeln unter der Beobachtung von Kaimane, mit denen man -wer mag- schwimmen konnte. Außerdem konnte ich Bekanntschaft schliessen mit:

Ara

Ara

Tukan

Tukan

Affenmama

Affenmama

Jabiru

Jabiru

Kaiman

Kaiman

Pantanal

Pantanal

(Quellen: Lonely Planet: Brasilien, Juni 2008)

November 4th, 2008 at 00:09 | Comments & Trackbacks (1) | Permalink


Das Leben

… spielt manchmal anders, als man denkt. So ziehe ich jedenfalls das Fazit von meinen kurzweiligen Praktikum bei der Cena. Bereits nach 5 Tagen bin ich wieder gegangen, mit sehr vielen Eindrücken, Erlebnissen und viel Stoff zum Nachdenken. Gelernt habe ich viel und es hat mir auch einen Anstoß für ein eventuelles Diplomarbeitsthema gegeben. Die Kürze der Begegnung hat verschiedene Gründe, aber es ist gut so, wie es ist.

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Oktober 21st, 2008 at 09:34 | Comments & Trackbacks (2) | Permalink


Ausgleich

Hier ist es fast unmöglich Wege zu Fuß zurückzulegen - weil es fast immer jemanden gibt, der sich um einen sorgt und mich mit dem Auto von A nach B bringt – deshalb habe ich dringend einen sportlichen Ausgleich gesucht und ihn nun auch gefunden. Geht man durch die Straßen und schaut den Kindern beim Spiel zu, dann lassen sich immer wieder Züge von angewandter Caporeia finden. Auch Jugendliche und Erwachsene praktizieren Caporeia im Park. Momentan werde ich in die Orte und Zeiten der aktiven Caporaisten eingeweiht.

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September 28th, 2008 at 19:17 | Comments & Trackbacks (0) | Permalink


Abenteuer Küche

In Brasilien hat das Wasser leider nicht Trinkwasserqualität, so daß man bereits vor dem Loslegen in der Küche überlegen sollte, wofür man das Wasser braucht. Wie verwöhnt wir in Deutschland sind, merkt man bekanntlich erst in der Fremde ;-) . Hier kommt  normalerweise nur kaltes Wasser aus der Leitung (Ich habe das große Glück, dass bei uns Zu Hause auch warmes Wasser fließt- was für ein Segen!!!). Anfangs habe ich mich noch auf die Suche eines Wasserkochers begeben – doch Fehlanzeige. In Brasilien wird das Wasser im Kessel  auf dem Gasherd erhitzt, um  anschließend Kaffee oder Tee zu kochen. Die besser gestellten Familien erfreuen sich am Besitz einer Mikrowelle, die dann sehr häufig zum Einsatz gelangt. Auch habe ich die Erfindung des Geschirrspüler wieder ganz neu schätzen gelernt. Wenn man nach einem Mittagessen Berge von fettigen Geschirr vorfindet und kein warmes Wasser in Aussicht ist, weiß man, wie vorteilhaft ein Geschirrspüler wäre. Um so mehr schätzt man dann den lieben Hinweis, daß die Frauen heute mal einen freien Nachmittag haben :-) und die Männer sich ins Kampffeld Küche begeben.

Anders als bei uns werden die “normalen” Teller – die Mittagsteller, hier  immer zum Einsatz gebracht. Das ist aber bei den Verzehrmengen auch nicht verwunderlich. Ich höre  mir immer wieder an, was für ein schlechter Esser ich sei und das man nach 5 bis 6 Stücken Pizza doch nicht satt sein könne. Beim alltäglichen Besteck wird das Fleischmesser verwendet. Das spricht auf jeden Fall für den hier vorhanden Fleischkonsum ;-) .

Das Essen an sich besteht obligatorisch immer aus Reis und schwarzen Bohnen. Dazu kommt 1 bis 2mal täglich Fleisch (also nichts für Vegetarier), was teilweise auch gleich die ganze Mahlzeit sein kann. Mit etwas Glück gesellen sich dazu noch Salat und Tomaten. Gemüse variiert genauso wie der Nachtisch. Für mich  haben sich als typisch südamerikanisch Pastellen herauskristallisiert. Die Füllung variiert von herzhaft bis süß. So kann darin alles enthalten sein: Käse, Fleisch, Hähnchen-Ei-Kräuter, Marmelade, Schokolade etc…

Pastellas

Pastellas

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September 21st, 2008 at 12:32 | Comments & Trackbacks (4) | Permalink


Kontextualisierung- die Freiheit des anders sein

Nachdem ich bereits seit einem Monat in Porto Alegre wohne und dabei die Stadt und Leute etwas näher kennenlernen durfte, nutzte ich die “Woche der Beobachtung” um mich auf eine kleine Reise zu begeben.

So begann das Abenteuer mit einer Nachtfahrt zu den ehemaligen Jesuitenmissionen am anderen Ende des Bundeslandes Rio Grande do Sul, sowie in Argentinien. 1608 haben die Jesuiten, auf Befehl des Gouverneurs der spanischen Provinz Paraguay, für mehre Jahrhunderte kontextualisiert das Evangelium den hier ansässigen Tupis und Guaranis gebracht, ohne dabei die Kultur oder Sprache zu vernichten. Die so genannten Missionen wurden für die Gegend zu kulturellen, intellektuellen und religiösen Zentren ihre Zeit. Hier entstand auch das Schriftbild der Tupi-Guarani-Sprache.

Die Missionen mussten mit ihren modernen Ansichten einen 2 Frontenkrieg führen, einmal gegenüber den Goldsuchern und Sklavenhändlern von Sao Paulo, die auf der Suche nach billigen Arbeitskräften und den Großen Geschäft waren, und vor den aussendenden Herrschaften Roms, Spanien und Portugals, die mit den frei denkenden Jesuiten aneckten.

São Miguel das Missões

São Miguel das Missões

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September 10th, 2008 at 18:09 | Comments & Trackbacks (1) | Permalink