und das mit Gott rund um die Welt

Sumpf der Gemütlichkeit

Überall in Bahia findet man die Aufforderung wieder “Lächle!!! :) ”  Der ein oder andere fragt sich, wieso? Die Antwort findet man an der südlichen Grenze: “Lächle, Du bist in Bahia!” Zunächst kommt man mit den Bus an kleinen Indianerdörfern vorbei und schon  fühlt man sich in eine etwas andere Welt versetzt. Ein paar Kilometer weiter gibt es historisch bedeutsame Kolonialstädte, in denen Geschichte greifbar nah wird. Über Jahrhunderte wurde hier ein krasser Sklavenhandel betrieben und 1888 wurde hier das Verbot des Sklavenhandels ebenfalls unterschrieben. Auch Zumbi, für Afrikaner ein Symbol der Freiheit, schrieb in dieser Gegend Geschichte, indem er einen großen Sklavenaufstand anführte.  Die weiße Frau beispielsweise, ist eine Seltenheit an sich. Die vorherrschende Hautfarbe ist schwarz, bzw. Schoko braun und da lernt man ganz nebenbei als Weißer im Kleinen mal kennen, was es heißt, eine andere Hautfarbe zu besitzen. Es ist aber ein Glück, daß es Freunde gibt, die für einen einstehen. :)

Die afrikanischen Wurzeln lassen sich leicht auch  in der vorherrschenden Religion Candomblé finden. Diese Religion spiegelt für mich im wahrsten Sinne des Wortes das Alte Testament der Bibel wider. Das fängt bei Speiseopfern an und hört bei Tieropfern auf. Eine besondere Rolle nehmen dabei auch Pflanzen, Kleidung, Schmuck und Düfte ein. Nebenbei lernte ich auch, dasß ich echt dankbar sein kann, daß Jesus das ultimative Opfer ist, weshalb nicht ständig neue Opfer mehr nötig sind. Ich finde  es überhaupt sehr angenehm, daß  alles in der Bibel niedergeschrieben ist und man sich nicht auf die Erzählungen der “Alten” verlassen muß, sowie daß man sich ganz auf einen lebendigen Gott konzentrieren kann, statt sich mit einem ganzen Goetterhimmel auseinandersetzen zu müssen.

Wieso lautet die Ueberschrift nun “Sumpf der Gemütlichkeit”? In Bahia ist das Leben immer leicht – maximal die Leute sind kompliziert, so die Bahianer. Am Anfang war dieses lockere, herzliche Lebenes nach der Uni für mich wirklich Erholung. Doch wenn man, wie ich vielleicht  auf der Suche nach einem Praktikum ist, stößt man schnell an seine Grenzen, weil alles so gemütlich ist: wenn es heute nicht klappt, dann vielleicht morgen. Das Wichtigste ist eigentlich immer nur, gelassen zu bleiben. Dummerweise, führt die Gelassenheit aber zu nichts, denn man wird immer nur mit einem guten Gefühl und einer neuen Hoffnung in den nächsten Tag entlassen. Ich denke, wir können aber trotzdem von den Bahianer lernen, daß nicht alles kompliziert sein muss. Es gibt immer Momente, wo es am besten ist einfach loszulassen und wirklich mal abzuwarten, wie das Leben so spielt. Auf der anderen Seite sollten wir Planung und zielgerichtete Umsetzung unsererPläne ruhig beibehalten. Lasst uns neu lernen, unser Leben bewußt zu leben und das Lachen nicht zu vergessen!

In diesem Sinne wünsche ich euch ein energiereiches, frohes und friedvolles Jahr 2009
(so lauten die Wünsche hier in Bahia :) !!!

Januar 9th, 2009 at 19:09


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