mein Haus
Jeder von uns würde sich über ein Haus freuen, das ihm gehört und worüber er verfügen kann. Aber halt, wir besitzen ja bereits ein Haus. Sind wir uns dessen und der uns daraus erwachsenden Verantwortung bewußt? Bewohnen wir unser Haus wirklich?
Vielleicht fragt sich der eine oder andere von euch, welches Haus das ist?
In diesem Semester habe ich sehr viel über mein Haus, als meinen Körper, gelernt. Dazu belegte ich unter anderem ein Seminar “Pass auf dich auf!” Passen wir auf uns auf? Wie gehen wir mit unserem Körper um, der jeden von uns anvertraut ist. Leben wir in ihm? Nehmen wir ihn wahr? Auch unsere Gefühle? Mein Körper gehört mir, das ist nicht nur ein Spruch der feministischen Bewegung, sondern die Frage, ob ich mir dessen bewußt bin und wirklich meinen Körper wahrnehme und mit ihm fürsorglich umgehe. Gerade uns jungen Menschen ist es vielleicht nicht ganz so bewußt, was für ein Gut Gesundheit und unsere vorhandene Kraft ist. Denken wir kurzfristig und genießen wir unsere Jugend oder denken wir vom Ziel her und trainieren unseren Körper jetzt, damit wir auch im Alter fit bleiben. So ist mir hier gerade ein alter Capoeiramaestre zum Vorbild geworden, welcher mit seinen 76 Jahren uns jeden Hand- und Kopfstand, aber auch sämtliche Überschläge vormacht. Er ist ein weiser Lehrer, der uns herausfordert und uns an unsere köperlichen Grenzen bringt. Er selbst trainiert für sich 4h täglich, bevor er uns die Ehre gibt.
Mein Capoeiralehrer fügte zu diesen Thema noch hinzu, daß jeder Mensch eine Einzigartigkeit in seinen Bewegungen besitzt. Lebe ich diese aus? Was hindert mich daran, wirklich in meinem Haus zu wohnen. Mit diesen und anderen Fragen beschäftigte ich mich in den letzten Monaten, wobei die praktische Umsetzung noch eine ganze Weile dauern wird.
In dem Kurs Theater lernten wir nicht nur über uns selbst lachen, sondern auch unseren Körper einzusetzen und zu improvisieren. Die Grundlage hierfür sind Kenntnisse über seinen Körper, um ihn dann auch im richtigen Moment bewußt einsetzen zu können.