Zwischen Seifenschaum…
Weißt du eigentlich wie schön du bist? Und das ist keine Frase, oder ein inzwischen sehr viel verwendeter Buchtitel, sondern eine ernst gemeinte Frage von ner Frau. Sie genießt es unter meiner Aufsicht seit langem mal wieder unter einer Dusche stehen zu dürfen. Diese Begegnung hat mich vor einer Weile geprägt, als ich schon einmal feststellte, welche Schönheit auch Obdachlose besitzen. Zu dem fand ich das Bild so klasse, wie man sich über frische und neue Kleider freuen kann. Das brachte mich damals zum Nachdenken, ob wir uns im übertragenen Sinne auch noch über das neue Gewand von Jesu freuen- Wir sind ja schließlich eine neue Kreatur in IHM und dürfen saubere, frische Kleidung tragen, während wir das alte Gewand abgelegt haben.
Seit dieser Begegnung ist schon viel Zeit vergangen. Als ich heute eine hiesige Professorin bei ihrer Arbeit in 2 verschiedenen Favelas begleitet habe, wurde mir die gleiche Frage wieder gestellt. Überraschender Weise war ich in dem Moment gerade am Staunen, wie schön und einzigartig Gott jeden Menschen geschaffen hat. Auch wenn es vielleicht nicht gerade das nächste Topmodell wird, doch die Einzigartigkeit, die jeder unserer Klienten ausstrahlt, finde ich spannend. Dabei haben diese Menschen nicht die einfachsten Lebensumstände, wissen was es heißt zu Hungern und zu Frieren.
Mich hat dieser Einblick in die Arbeit sehr fasziniert, weil in ihr einfache Wahrheiten auf den Punkt gebracht werden. Einmal drücken sie diese selbst durch ihr Leben aus, doch auf der anderen Seite werden die einfachsten Dinge zur Arbeitsgrundlage und die eigene Kreativität ist gefordert. Auch wurde mir neu bewusst, dass ich nicht all meinen Habitus als selbstverständlich voraussetzen kann, sondern, dass die Kunst darin liegt, einfach Dinge klar, liebevoll und erklärend- ohne das Ehrgefühl zu verletzen- anzusprechen.
Ein weiterer Punkt der mich immer wieder ins Staunen bringt, ist die spielerische Leichtigkeit mit der diese Leute ihr Leben leben. Es ist der Hammer, wie viel Herzlichkeit und Freude trotz der Härte des Lebens vorhanden ist, welche z.B. im Karneval ihren Ausdruck findet.
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