Die Welt zu Gast bei Freunden
So oder so ähnlich habe ich mich in den letzten Tagen bei der Anreise nach São Paulo gefühlt, wobei mir das eher schlechte Wetter unter diesen Umständen gar nichts mehr ausgemacht hat.
Zunächst startete ich die Tour Freitagnacht um 0.30 Uhr mit dem Nachtbus nach Forianopolis.
Morgens erwachte ich gegen 7.30 Uhr bereits in einem anderen Bundesland, genannt Santa Katharina. Nach einem ausgedehnten Vormittag in einer verregneten Kolonialzeitstadt, verbrachte ich den Nachmittag auf der Ilha de Santa Katharina. Das schöne an der Insel ist, daß man alle Orte binnen einer Stunde erreicht. Die Insel selbst hat neben wunderschönen Stränden und herrlicher Natur, auch die größte Austernproduktion von Brasilien. So lernte ich dank eines Hundes
, der mein treuer Begleiter auf meinem Feldzug über die Insel war, die Besitzer einer Austernfarm kennen. Hier wurde ich herzlich aufgenommen und durfte 2 frisch geerntete Austern mit einer so eben frisch gepflückten Zitrone schlürfen. Interessant war, daß die Austern in Brasilien eine Reifezeit von nur 9 Monaten beanspruchen, wogegen die Austern in Frankreich ca. 2 Jahre brauchen. Diese Insel versorgt mit ihrer Austernproduktion ca. 80% des brasilianischen Landesbedarfs.
Auf der Rückfahrt nach Florianopolis, erlebte ich ein kleines Wunder- was ich bis heute nicht einzuordnen weiß: Gentleman oder ein dienender Engel Gottes?
Es begann alles im Bus, als mir mein Sitznachbar einen Riegel deutsche Schokolade anbot. Nachdem wir uns eine Weile unterhalten hatten, fragte er mich, was ich heute schon alles gegessen habe. Da das in seinen Augen nicht ausreichte, hat er mir netterweise ein Abendessen spendiert. Nachdem ich “ordentlich” gegessen hatte, äußerste er starke Bedenken zur Wahl meiner Unterkunft und regelte auf seine Kosten den Umzug von der Jugendherbe ins Downtown- Hotel. Anschliessend erkundigte er sich , ob ich noch irgend etwas brauchen würde oder ob er mir sonst noch etwas Gutes tun könnte. Ihr fragt Euch warum - er gab nur eine Antwort: “Du hast Gunst in meinen Augen gefunden”, deshalb möchte ich für dich was Gutes tun.” So unerwartet wie mir die Gunst des Fremden zuteil wurde, so schnell war er auch wieder aus meinem Gesichtsfeld entschwunden und ich bin Gott sehr dankbar für diese Begegnung!
Am nächsten Tag setzte ich meine Tour zur drittältesten Stadt Brasiliens auf der Ilha do São Francisco fort. Sie wurde 1504 von einem französischen Forschungsreisenden gegründet. Auf der Rückfahrt habe ich einen jungen Pastor kennengelernt, der nach 4 Jahren! für 14 Tage endlich mal wieder seine Familie im Norden besuchen fährt. Dafür ist er geschlagene 2 Tage durchgängig mit Bussen unterwegs. Wir reisten für 4 Stunden zusammen. Diese Fahrt ist sprachlich die herausforderndste für mich gewesen, da mein portugiesisch der Gesprächstiefe nicht gewachsen war. Aber mit der geduldigen, brasilianischen Art und dem Wörterbuch in der Hand geht alles
.
In Curitiba machte ich voll positive Erfahrungen mit Couchsurfing. Die nächsten 3 Tage verbrachte ich bei einer alleinerziehenden Mutter und ihrer 5 jährigen Tochter. Die Mama führte mich in die südbrasilianische Küche ein und teilte mit mir ganz viele kulturelle Erfahrungen des Nordens. Von diesem Basislager aus machte ich 2 Tagesausflüge. Die erste Tour ging nach Vila Velha, einem roten Sandsteinnaturpark.
Auf der zweiten Tour wurde ich von einem anderen Couchsurfer (Schweizer) begleitet, welcher Dank Couchsurfing mit in der gleichen Familie übernachtet hat. Gemeinsam erlebten wir einen wunderschönen Tag. Dieser begann mit einer abenteuerlichen Zugfahrt durch den Wald/ Dschungel. Den Rest des Tages verbrachten wir auf der Ilha do Mel. Hier konnte ich mich biologisch weiterbilden. Neben Sand-Eulen durfte ich auch meinen ersten Pinguin (wenn auch tot) sowie Krebse sichten. Menschenleer und von einer atemberaubenden Naturschönheit umgeben, konnte ich so richtig Sonne und Kraft für den nun vor mir liegenden Monat in São Paulo sammeln.
In São Paulo angekommen mache ich nun ein einmonatiges Praktikum bei der Cena. Das ist eine Arbeit mit den Randgruppen in der Stadt. Es gibt eine Anlaufstation & Reintegrationsprogramme für Obdachlose, Straßenkinder, Drogen- und Alkohlabhängige sowie für Prostituierte.
Demnächst mehr dazu…
4 Responses to “Die Welt zu Gast bei Freunden”
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Tolle Bilder!!!
Oktober 13th, 2008 at 08:19Hört sich richtig richtig krass an, was du da alles erlebst!
Die CINA wird dir hoffentlich auch viele gute Eindrücke vermitteln können (haben ja neulich in der FTA einen kleinen Einblick über die Arbeit erhalten dürfen)
Wünsche Dir echt mehr von Jesus-Begegnungen, auch/besonders in anderen Menschen. Sie werden Jesus auch in dir sehen, – das merkt man durch deine Einträge
Gottes reichen und über-über-geilen Segen Dir!
Oktober 14th, 2008 at 14:00manchmal kommt es anders als man denkt! lass es dir gut gehn!
Oktober 16th, 2008 at 09:24Hi…
http://www.webcamgirls4.com/…
Januar 12th, 2012 at 02:27