und das mit Gott rund um die Welt

die nie vollendeten Zeilen…

Immer wieder habe ich einen neuen Versuch gestartet, ein neues Posting fertig zu stellen. Doch momentan sind die Eindruecke so dicht, dass sie nicht alle bis zu Ende durchdacht sind, oder sich noch in der Reifung befinden. Trotz allem moechte ich euch in ein paar Gedankenfetzen mit hinein nehmen.

  • Von Haifa nach Jerusalem

Bereits in der ersten Woche mussten mein Arbeitgeber in Haifa und ich feststellen, dass es nicht wirklich ein Arbeitsfeld fuer mich gibt und die Zeit einfach so tot zu schlagen, wollte ich auch nicht unbedingt. Aus diesem Grund wechselte ich letzten Freitag an meinen alten Sommervolontaersplatz nach Jerusalem (En Karem – angeblicher Geburts- und Wohnort von Johannes dem Taeufer) zurueck.

Als ich hier ankam, wusste ich erneut, dass ich heim gekommen bin. Es war ein sehr herzlicher Empfang und ich geniesse es in vollen Zuegen hier zu sein.

Ihr fragt euch sicher, was ich hier so den ganzen Tag mache, doch am besten ihr seht es selbst in unserem Clip vom Sommer:

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=7iZDjxS3Ssc&feature=related]

Dieser Clip spiegelt aber nicht die Relation zwischen Arbeit und Reisen wieder. So haben wir 6 Tage die Woche von 6.30 bis 9Uhr und 15-19 Uhr zu arbeiten. An unserem freien Tag nutzen wir die Gelegenheit raus zu kommen und zu reisen. So war ich gestern zum Beispiel in Jericho gewesen, auf dem Berg, wo Jesus Versucht worden ist, Zacharaeu von Jesus vom Baum geholt wurde und auch sonst Geschichte geschrieben worden ist. Zudem haben wir die Aussicht genossen und manch kleines Abenteuer erlebt ;-) .

Doch neben vielen Schoenem erleben wir genauso Alltag:

  • 3x taeglich Essenschlachten, weil unsere Kinder meist nicht in der Lage sind das Essen wirklich zu schlucken, sie damit spielen oder aber ihre Zunge das Essen blockiert
  • Regelmaessige Wasserschlachten beim Duschen, wo man sich manchmal fragt wer mehr geduscht wurde
  • Windelwechseln
  • taeglich zu gestaltende Aktivitaets- und Therapiezeiten
  • die Sache mit den Religionen:

In Israel treffen die verschiedensten Religionen aufeinander und ich finde es sehr herausfordernd, mit diesem Phaenomen umzugehen. Die Religionen aehneln sich in vielen Punkten und zu gleich gibt es gravierende Unterschiede. Diese koennen entweder mit Toleranz stehen gelassen bzw. zugedeckt werden, oder aber zu starken Reibungsflaechen werden. In der Auseinandersetzung mit den unterschiedlichsten Religionen fordert mich die allseits beliebte Frage heraus: “Was glaubst du persoenlich?” Es geht hier nicht um Wissen, oder denken, sondern um echten, gelebten Glauben. Mir persoenlich ist ganz neu wieder bewusst geworden, dass wir zur Freiheit von Christus berufen sind. Diese Freiheit wirklich zu leben, ist fuer mich gerade eine taegliche Herausforderung.

  • an ihren Fruechten:

    … werdet ihr sie erkennen. So oder so aehnlich ist es nicht nur mit dem gelebten Glauben, sondern auch mit dem Obst. Es ist der Hammer wie gut hier das Obst ist :-) . So gab es die Tage frische Erbeeren, damit wir gesund bleiben und fit sind. Ich geniesse es, durch den Garten zu schlaendern und mir frische Zitronen, Orangen, Pampelmusen oder Mandarinen zu fluecken.

  • Shalom Shabbat, shalom:

Dies ist die Begruessung von Freitag Vormittag bis Samstag. Anders als bei uns wird hier wirklich, zu mindestens aeusserlich, der 7. Wochentag geheiligt und zur Ruhe angehalten. Dass mit der woechentliche verordneten Ruhe finde ich sehr angenehm und erholsam zugleich, wobei ich dass allerdings in der praktischen Umsetzung erst noch lernen muss. Denn gerade zwischen Freitag Nachmittag und dem Sonnenuntergang Samstags fallen mir viele Dinge ein, welche ich erledigen bzw. machen koennte. So bin ich unter anderem vergangenen Freitag von Haifa nach Jerusalem zu meiner alten Arbeitsstelle umgesiedelt. Nach einer 3 stuendigen Busfahrt musste ich allerdings kurzer Hand feststellen, dass bereits der letzte Bus gefahren ist. Somit hatte ich die Wahl zwischen einem 2 stuendigen Fussmarsch, Trampen mit einem der letzten Autos Richtung En Karem, oder aber ein Sammeltaxi zu nehmen. Nach laengeren Verhandlungen ueber den Preis entschied ich mich letztendlich fuer das Letztere. Am Shabbat wird man dazu angehalten, selbst nicht zu arbeiten und auch andere dazu nicht anzuhalten. Das hat sehr praktische Auswirkungen in allen Bereichen des Lebens, so dass es wirklich ein erholsamer Tag fuer alle ist und wirklich Zeit da ist fuer Wesentliches.

In diesem Sinne: Shabbat, shalom Shabbat

Februar 18th, 2008 at 10:19


One Response to “die nie vollendeten Zeilen…”

  1. Anita Says:

    Oh man ich freu mich so für dich, dass du da bist:0)
    Genieß alles!!!

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